- 69 -Türkenfeld, den 8. Dez. 1851. Post Inning. Euer Hochwohlgeboren ! Geehrtester Herr Vetter ! In den letzten Tagen befand ich mich in München, traf den Pepi gesund und zufrieden, sprach über sein Verhalten mit den Herren Professoren, von denen ich alles Gute und Rühmliche vernehmen konnte, und hiemit mit vielem Vergnügen zu berichten habe . . . Um die freien Stunden auszufüllen, geniesst Pepi nun auch Unter- richt in der französischen Sprache. — Da diese Sprache in dem Conser- vatorium der Musik nicht gelehrt wird, so musste auswärts eine In- struction gesucht werden, man forderte jedoch für 4 Stunden in der Woche 4 bis 5 fl, was mir zu theuer vorkam, und mich deshalb an mehrere gute Freunde wendete, einen Sprachlehrer zu erweichen, dem Pepi für nur 1 fl 30 +er per Monat alle Tage eine Stunde zu geben, wobei jedoch der kleine Mozart zu dem Lehrer ins Haus gehen muss, wozu er Zeit und Gelegenheit genug hat. — Die monatlichen Auslagen, Bücher etc. abgerechnet, machen nun 17 fl 30 +. Dabei kann Pepi auch in einem Privathause ein schönes und sehr gutes Klavier unentgeltlich benützen. — Zur italienischen Sprache hat Pepi nächstes Jahr im Conservatorium Gelegenheit. — Ich zweifle nicht, dass Euer Hochwohlgeboren mit dem bisherigen Arrangement einverstanden sein werden? Es ist mein Streben, so wohl- feil als möglich zum erwünschten Ziele zu kommen, wobei natürlich Zeit und Umstände wohl zu berücksichtigen sind. Dadurch hoffe ich auch, wenn nicht in diesem Jahre, doch im nächsten es dahin zu brin- gen, noch auf billigere Weise für Pepi sorgen zu können. — Alles Schöne Ihrer werthen Familie zu melden und zugleich die herzlichsten Wünsche zum nahen Jahreswechsel entgegenzunehmen bittend zeichnet Mit vorzüglicher Hochachtung und Verehrung Ew. Hochwohlgeboren ergbst. J. T. Wolfinger, Pfarrer •
        

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