- 67 - Dem Hr. Pfarrer Wolfinger2) habe ich schon geschrieben. Im Gan- zen gefällt es mir in München. — Ist noch nichts von Frankfurt ge- kommen ? — wie geht es dem Hanni ? u. Euch allen ? Grüsst mir alle, besonders die Mutter, den David, den Peter, die Josepha, das Hanni, den Toni, das Lise, das Male u. alle Verwandte u. Freunde. — Gott erhalte alle, u. besonders Euch noch lange u. gesund. Ich verbleibe Euer dankbarster Sohn Joseph Rheinberger Meine Adresse: An Joseph Rheinberger, Zögling des Conservat. der Musik zu München, Maximilians-Vorstadt, Findlingsstrasse Nr. 1/1 links, nächst der protestantischen Kirche. • München, den 2. Dez. 1851. Theuerste Eltern ! Durch Euren Brief vom 1. vorig. M. erfreut, halte ich es für meine Pflicht, Euch nicht lange unbeantwortet zu lassen, da ich weiss, dass Ihr gewiss schon Antwort erwartet habet. In Eurem Schreiben drückt Ihr Euer Verwundern aus, dass ich nichts von der Orgel geschrieben habe. Dies tat ich desswegen, weil ich bisher noch keine Orgelstunde genossen habe. Es wird Euch der Peter schon gesagt haben, dass an meiner Aufnahmeprüfung der Hr. Direktor glaubte, dass Klavier-, Harmonie-, Contrapunkt- und Orgel- stunden zu viel für mich sei, weswegen ich letzteres weglassen solle, da ohnehin der Anschlag auf der Orgel von dem Claviere so verschie- den ist, dass durch den Orgelunterricht der des Clavieres beeinträch- tigt werden könnte — so liess ich mich wirklich ein wenig einschüch- tern. Als ich aber sah, dass die Unterrichtsstunden so spärlich ausge- teilt werden, (es werden nämlich in der Woche für jedes Fach nur 2 Stunden gegeben, davon jede 2 Stunden dauert) und mir bei allen Aufgaben noch Zeit zu einem Gegenstande der Musik übrigbliebe, so ging ich zweimal zum Hr. Direktor und bat ihn, mir zu erlauben, Orgelunterricht geniessen zu dürfen. Das erste Mal fruchtete es nichts, das andere Mal liess er aber nach und gab mir die Erlaubniß. Ich werde also künftighin 6 Unterrichtsstunden haben, was mir sehr lieb ist, da
        

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