— 64 — und Unmittelbarkeit. — In der vorliegenden Arbeit wurden zwar in einigen Fällen die Sätze richtiggestellt, doch die für den Schreiber typische, schwankende Rechtschreibung (z. B. Concert — Konzert oder Ciavier — Klavier usw.) beibehalten. Bei einigen wenigen Briefen schien es angebracht, geringfügige Kürzungen unbedeutender Stellen vorzunehmen. Im allgemeinen wurde jedoch nichts verändert. Es mag vielleicht auffallen, dass Joseph Rheinberger nie an seine Mutter schreibt (die Adresse lautet immer auf den Namen seines Vaters: «An den Herrn Johann Peter Rheinberger, Fürstl. Lichtenst. Rentmeister in Vadutz, Fürstenthum Lichtenstein.»), doch findet diese Tatsache leicht ihre Erklärung darin, dass Frau Elisabeth Rheinberger, eine ge- borene Carigiet, die aus dem romanisch sprechenden Disentis stammte, die deutsche Sprache mindestens in der Schrift nicht ganz beherrschte. Er vergisst jedoch in keinem der Briefe, sich nach der «lieben Mutten- zu erkundigen und ihr Grüsse zu schicken. Es scheint auch die Mutter gewesen zu sein, die die Briefe ihres Sohnes sorgsam sammelte und aufbewahrte, denn vom Jahre 1873, dem Todesjahr Elisabeth Rhein- bergers an, fehlen alle Briefe, obwohl kaum anzunehmen ist, dass der inzwischen weltberühmt gewordene Meister nicht mehr geschrieben hätte. (Der Vater starb 1874 im Alter von 84 Jahren). Schon etwa zehn Jahre vorher beginnen die Briefe lückenhaft vorzuliegen; dies mag mit der. damals bereits auftretenden Krankheit der Mutter zusammenhängen. Ebenso verbunden wie mit seinen Eltern fühlte sich Joseph Rhein- berger auch mit seinen Geschwistern. Abgesehen davon, dass er häufig an sie schrieb, vergisst er in den Briefen an die Eltern kaum einmal, sich nach allen Brüdern und Schwestern zu erkundigen und Grüsse an sie zu richten. Die beiden ältesten der Geschwister, Josefa (in den Briefen Seffa genannt) und David entstammten der ersten Ehe des Vaters; aus der Ehe mit Elisabeth Carigiet stammten die vier Schwe- stern Johanna (Hanni), die später in den Orden der Barmherzigen Schwestern eintrat und als Schwester Maxentia Generaloberin dieses Ordens in Zams wurde, Elisabeth, Christina Amalia (Mali oder Mat- scherle genannt), die sehr musikalisch war und eine Zeitlang auch als Organistin in Vaduz wirkte, und Maria Ludowika; ferner die beiden Brüder Peter, der Hauptmann im liechtensteinischen Militär wurde, und Jakob Anton (Anton oder Toni genannt), der Buchbinder wurde, aber früh verstarb.
        

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