— 8 — Mehr als in früheren Zeiten sind sich Fürstenhaus und Volk heute der Bedeutung bewusst, welche die Souveränität des Landes hat. Zum Jubiläum des Ereignisses ist ein Blick auf die Entwicklung des Landes und die Geschichte des Hauses Liechtenstein, besonders seit der Ver- leihung des Fürstentitels, gerechtfertigt. Das Land In Raetien und Schwaben Die Geschichte unseres Landes ist aufs engste mit der Reichs- geschichte verbunden. War nach dem Zusammenbruch des Imperium Romanum Raetien mit dem Zentrum Chur noch gewissermassen eine Fortsetzung der Provinz des Römerreiches mit römischem Rechte, rätoromanischer Sprache und einer Verwaltung unter dem Patrizier- geschlechte der Viktoriden als Praesides Provinciae und dann der Bischöfe von Chur als Rectores, so ändert sich die Lage entscheidend, als Karl der Grosse im Jahre 806 auch Raetien straffer in sein abend- ländisches Reich einbezog und Grafen als Verwaltungsbeamte und Richter auch hier einsetzte. Sie waren Vertrauensleute des Kaisers, diesem verantwortlich und meistens Adelige aus dem Stamme der Franken, dem Karl der Grosse angehörte. Mit Raetien war nun auch unser Land ein Bestandteil des Reiches gworden, und bis zur Erlan- gung der Souveränität des Fürstentums Liechtenstein im Jahre 1806 verging genau ein Jahrtausend. Unser Gebiet bildete einen Teil Unterraetiens und war in keiner Weise für sich abgegrenzt. Wahrscheinlich ging die Grenze zwischen den beiden Grafschaften Unterraetiens, der Grafschaft Imboden (in planis), die im Süden bis Landquart reichte, und dem Walgau (vallis drusiana) mitten durch unser Land, wie wir aus der kirchlichen Ein- teilung annehmen können: Die Pfarreien des Unterlandes gehörten bis ins 14. Jahrhundert zum Dekanat des Walgaues. Raetien entwickelte sich nur vorübergehend zu einem Herzogtum und ging dann im grösseren Herzogtum Schwaben auf, das im Hoch- mittelalter Hausmachtgebiet der Hohenstaufen war, mit ihm seinen Höhepunkt erlebte und nach dem Untergang des Geschlechtes im
        

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