— 7 — Zur Erwerbung der Grafschaft Vaduz durch Fürst Johann Adam von Liechtenstein vor zweihundertfünfzig Jahren von Otto Seger Zwei Wurzeln sind es, aus denen das Fürstentum Liechtenstein gewachsen ist: Die eine ist das Land in seiner Entwicklung zu einem eigenen Herrschaftsbereiche und dann zu einem reichsunmittelbaren Gebiete des Deutschen Reiches, die andere das Hans Liechtenstein in seinem Aufstiege zum Fürstentitel und zur Fürstenwürde. Der Kauf der Grafschaft Vaduz durch Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein, der am 22. Februar 1712 beim Reichshofrat in Wien als oberster Lehensbehörde des Deutschen Reiches abgeschlossen wurde, war für Land und Fürstenhaus von entscheidender Bedeutung. Erst mit dieser Erwerbung war, dreizehn Jahre nach dem Übergang der Herrschaft Schellenberg an den Fürsten, ein Gebiet in der Hand des Hauses Liechtenstein gekommen, das als «reichsfürstenmässiger Besitz» gelten konnte und zusammen mit Schellenberg gross genug war, zu einem Fürstentum erhoben zu werden. Die dreizehn Jahre vorher angebahnte Verbindung von Land und Fürstenhaus wird mit der Erwerbung von Vaduz abgeschlossen. Für das Haus Liechtenstein war der Kauf von Vaduz der letzte Schritt auf dem angestrebten Wege, der Familie Sitz und Stimme im Reichsfürstenrate erblich zu sichern, sie im vollen und uneinge- schränkten Sinne zu Reichsfürsten aufsteigen zu lassen. Sieben Jahre später wird der Schlußstein gesetzt: Kaiser Karl VI. stellt am 23. Januar 1719 das Palatinatsdiplom aus, mit welchem er die «Reichs-Graf- und Herrschaften Vaduz und Schellenberg . . in ein unmittelbares Reichsfürstentum gnädigst erhoben . . und mit dem Namen Liechtenstein begnadet» hat. . Ohne den Kauf, der Grafschaft Vaduz wäre das Fürstentum nicht entstanden und der Weg zum selbständigen Staate nicht frei geworden.
        

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