— 29 — Jahren traten dem Zollverein mit Ausnahme Österreichs und Liechten- steins alle übrigen deutschen Bundesstaaten sowie Luxemburg bei. Es wurden verschiedene Versuche unternommen, auch Österreich zum Deutschen Zollverein zu bewegen, die aber vor allem daran scheiterten, dass Österreich auch seine nicht-deutschsprachigen Gebiete mitein- beziehen wollte; ebenso wirkten sich die Gegensätze zwischen Preussen und Österreich ungünstig aus. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Zusammenschlusses der deutschen Länder zu einem Zollverein wurde auch in der Schweiz stark beachtet. Eine Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Zollwesens erfolgte jedoch erst auf Grund der Bundesverfassung vom Jahre 1848, als die Kantone ihre Zollhoheit an den Bund abgetreten hatten. Die Zwischenzollinien fielen dann im Jahre 1850.8) Liechtenstein, das durch die Rheinbundakte vom 12. Juli 1806 volle Souveränität erlangt hatte, die auch auf dem Wiener Kongress bestä- tigt worden war, sah sich als Mitglied des Deutschen Bundes dieser Situation in zollpolitischer Hinsicht gegenüber. Am 24. März 1848 brachten die Vertreter der Gemeinden in einer Adresse an den Fürsten u. a. auch den Wunsch auf Aufhebung der Zollschranken gegen die deutschen Bundesstaaten vor. In seiner Antwort wies der Fürst darauf hin, dass es sein ernstes Bestreben sein werde, die Zollschranken zwi- schen dem Deutschen Bunde, und zwar mit dem nachbarlichen Öster- reich, aufzuheben. Der als Nachfolger Peter Kaisers in die National- versammlung in Frankfurt gewählte Dr. Karl Schädler trat ebenfalls mit Nachdruck für den Zollanschluss an Österreich ein.!)) Die Bestrebungen Liechtensteins, Mitglied des Deutschen Zoll- vereins zu werden, waren nicht realisierbar, weil, wie schon erwähnt wurde, Österreich ausserhalb dieser Zollvereinigung geblieben war. Es kam daher nur ein Zollanschluss mit dem benachbarten Österreich oder der Schweiz in Betracht. Für einen Anschluss an den Österreichi- schen Zollverband sprach einerseits, dass Liechtenstein durch Jahr- hunderte hindurch mit dem benachbarten Vorarlberg wesentlich engere wirtschaftliche Beziehungen hatte, als mit der Schweiz, und anderer- seits das Fürstenhaus zum österreichischen Hochadel gehörte.
        

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