— 228 — Im Herbst 1960 haben die Brüder Peter Rheinberger und Dr. Rudolf Rheinberger auf Krüppel, oberhalb Schaan, auf gut 820 Meter Meeres- höhe, das Vorhandensein einer prähistorischen Siedlung festgestellt, indem sie aus dem Wurzelwerk eines gestürzten Baumes eine Anzahl prähisorischer Scherben entnehmen konnten. Mehrere Begehungen des Gebietes ergaben noch weitere Oberflächenfunde. Der Vereinsvorstand beschloss deshalb, auf Krüppel zunächst eine Sondierung durchzuführen. Eine achttägige Grabung, in der Zeit vom 18. bis 26. September 1961, ergab dann, dass wohl am Nordabhang der Hügelkuppe reichlich prähistorisches Material im Boden liegt, ange- fangen von der späten Bronzezeit, um 1000 v. Chr., über die ältere und jüngere Eisenzeit, bis zur Römerzeit, dass aber oben auf der ebenen Hügelkuppe selbst keine Siedlungsschicht vorhanden ist. Waldhirt Kaspar Walser, Schaan, machte uns darauf aufmerksam, dass er am Südabhang des Hügels im Boden Reste von Mörtelmauerwerk festge- stellt habe. Da im Mörtel kleingeschlagene Ziegelreste sichtbar sind, und da zudem in der Sondiergrabung auch einige Funde, wie es scheint, aus spätrömischer Zeit gemacht werden konnten, dürfte der neue Fundplatz auch für die römische Periode interessant werden. Eine grössere Grabung auf Krüppel im Jahre 1962 hat der Vereinsvorstand bereits beschlossen. Da eine Waldstrasse durch das Fundgebiet gebaut werden soll, müsste die Grabung noch vor Beginn der Arbeit an der Strasse erfolgen. Der neue Fundplatz bildet eine sehr erwünschte Mit- telstation zwischen den bisher bekannten prähistorischen Siedlungs- plätzen auf dem Eschnerberg, im Norden des Landes und Gutenberg, im Süden. Von mehreren Seiten wurden dem Verein und dem Museum wieder Streufunde, prähistorische Scherben, Steinwerkzeuge und Geräte, Mün- zen u. s. w. aus verschiedenen Gebieten des Landes übergeben. In der Rubrik «Fundberichte», die im nächsten Jahrbuch wieder fortgesetzt wird, werden diese Funde erwähnt und beschrieben sein. Die Jahresversammlung 1961 fand am 29. Oktober in Triesenberg statt. Sie war verbunden mit der gleichzeitigen Eröffnung des dortigen Heimatmuseums, dessen allmähliches Werden und Wachsen seit Jah- ren von seilen des Vereins mit Interesse verfolgt und begrüsst und auch nach Kräften unterstützt worden war.
        

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