- 220 die Rostblättrige Alpenrose bestand, wie es in der Literatur behauptet wurde. Zwar erschienen mir die Querschnitte der Löcher schon damals reichlich klein, aber jede weitere Feststellung scheiterte daran, dass sich merkwürdigerweise an all' den vielen Bauen trotz intensiver Be- mühungen in mehreren Nächten nichts fing. Des Rätsels Lösung brachte auch hier erst die zweite Exkursion. Zunächst ergab sich näm- lich das Gleiche: Es gab viele Löcher, aber es fing sich nichts in den Alpenrosenfeldern, bis wir schliesslich durch das Hautstück einer Kreuzotter (Vipera berusj auf eine Vermutung gebracht wurden, die sich sehr bald nach Befragen der Sennen voll bestätigte: Der Hang weist einen sehr starken Kreuzotternbestand auf, so dass die Hirten ihn überhaupt nur mit hohen Stiefeln begehen und den Kindern das Betreten ganz verbieten. Damit erklären sich zwanglos die vielen unbewohnten Baue und das negative Fangergebnis. Die Frage nach der Urheberschaft der Mauselöcher konnte aber schliesslich doch noch beantwortet werden: wir fingen in den Alpenrosenhängen vor einem Bau eine — Untergrundmaus. Dieser Fang und die beiden 1953 in der Nähe erbeuteten Tiere bestätigten also meine damalige Vermutung, und damit erledigt sreh auch die alte Auffassung von einer obliga- torischen Bindung der Schneemaus an die Rostblättrige Alpenrose. Die Abmessungen der Liechtensteiner Untergrundmäuse fügen sich gut in das Gefälle, das die west-europäische 
Rasse (P. s. subterraneus de SEL. LONGCHAMPS) von den Alpen zum NW des Festlandes zeigt, und wie ich es 1955 im Einzelnen ausgeführt habe (K + 
R 0 94,5, Max. 100 mm, 
Hf. 0 14, Max. 15 mm, 
Schw. 0 28,7. Max. 35 mm, CB. 21,7 — 23 mm). Weiteren Untersuchungen muss vorbehalten bleiben, festzustellen, wie sich in vertikaler Richtung von Silum hinunter bis zur Rheinebene die Besiedlung der offenen Grasflächen darstellt (bemerkenswerter- weise gab es z. B. 1956 in den Wiesen um das Vaduzer Schloss — ca. 550 m — nur die Erdmaus !), d. h. vor allem, wie hoch die Feldmaus hinaufgeht und aus welchen Gründen sie von anderen Arten abgelöst wird. Vielleicht ergeben sich hier die gleichen Feststellungen, wie ich sie 1957 im Hohen Venn machen konnte, d. h. ein Zusammenhang mit der Struktur des Bodens bezw. Untergrundes. Zur Frage der oft erstaunlich grossen Konvergenz kleiner Säuge- tiere sei hier ein Fall angeführt, der vielleicht in Liechtenstein nicht
        

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