- 216 — charakteristisch ist, und da sich auch bei anderen Säugetieren des Liechtensteiner Alpengebietes die tiergeographische Zugehörigkeit zum Westen deutlich kundtut, habe ich keinen Grund gesehen, warum man diese Gebirgsrötelmäuse nicht zur 
Rasse g. helveticus stellen sollte. Zwar zeigt auch diese Aufsammlung die für 
C. g. nageri typische dunkelrot-braune Rückenfärbung mit den dunkelgrauen Seiten, wie ich jedoch schon früher betonte, ist aber die Färbung bei der Rötel- maus äusserst variabel (so haben wir z. B. 1956 auch ein 
ganz «micro- tus-graues» Tier dabei), und weitgehende Überschneidungen mit den Nachbarrassen werden wohl immer in den Grenzgebieten festzustellen sein. — Ob nun in der Rheinebene von Liechtenstein eine etwas kleinere und langschwänzigere Form der Rötelmaus lebt, kann end- gültig erst entschieden werden, wenn grössere Aufsammlungen von dort vorliegen. Leider fingen wir bei den späteren Exkursionen in den kleinen Waldstücken der Ebene (Vaduz) überhaupt keine Rötelmaus mehr, und die bisher vorliegenden Bälge, vor allem aus dem Auwald- streifen am Rhein, haben einen Schwanzindex von 49 — 55% und sind an den Seiten grau wie alle Angehörigen der «wagm'-Gruppe» (wozu 
auch helveticus gehört). Es ist jedoch bemerkenswert, dass die Varianten mit den längsten Schwänzen überall auch meist ein inten- siveres Rot auf der Oberseite zeigen, gewisse Anklänge also an die kleine, rote und — 
gegenüber helveticus — langschwänzigere Nomi- natform des 
Nordens (Clethrionomys glareolus glareolus SCHREBER). Sollten solche Tiere in der Ebene tatsächlich häufiger auftreten, dann hätten wir dort eine Mischrasse, deren Elemente wahrscheinlich von Zuwanderern aus dem Norden bestimmt wurden. Ausser der Rötelmaus muss auch die E r d m a u 
s (Microtus agre- stisj Liechtensteins nach neueren Erkenntnissen zu einer anderen Rasse als bisher gestellt werden. Das eine — und dazu noch junge — Exem- plar von 1953 liess eine Beurteilung überhaupt nicht zu, und es war bisher allgemein üblich, die westalpinen Erdmäuse in 
der ssp. M. a. lavernedii CRESPON zu vereinigen. Nun liegt aber 
die terra typica dieser Rasse in den Marschen Süd-Frankreichs (zwischen St. Gilles und Aigues Mortes), die Tiere sind dort ausserdem viel grösser (Hf. an trockenen Bälgen — nach MILLER — immer 20 mm !), so dass schon MILLER 1912 für die Schweizer Tiere (die diese Hf-Abmessungen wohl nie erreichen) den alten 
Rassennamen Microtus agrestis niger FATIO
        

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