— ]99 — damit sie (wenn kein unerwünschtes Hindernis kommt) im Monat Mai auf dem Hoftheater gegeben werden kann; und da ich erst im October begonnen habe und man sonst auf eine 3aktige Oper wenigstens ein Jahr rechnet, so können Sie sich vorstellen, dass ich mehr Briefe ver- säumte, als schön und gut war. — Die Oper ist eine komische und heisst «Thürmers Gertrud», spielt in München, (anno 1626 als die Schweden hier waren). Gustav Adolf kommt auch drin vor. Vorge- stern spielte ich den ersten Act Lachner vor, der ganz entzückt darüber war (war's ganz aufrichtig?). Bülow hat in Florenz ein neues Werk von mir aufgeführt, das auf allgemeines Verlangen in acht Tagen wiederholt wurde. — Sie sehen also, dass ich nicht faulenze. Mit den herzlichsten Grüssen und den besten Glückwünschen an Alle ver- bleibe ich wie immer Ihr dankbarster Sohn Josef. München d. 30. 12. 71. Alles Gute und Schöne von meiner Frau. • Mein lieber Vater ! Wenn ich auch mit meinem Glückwunsche zu Ihrem 83ten Geburts- tage mich um eine halbe Woche verspätet, so ist derselbe doch um nichts weniger herzlich — und es ist mir wahrhaftig leid, dass es mir heuer nicht möglich war, einige Tage des Herbstes für einen Besuch in Vaduz zu erübrigen. Meiner noch immer kranken rechten Hand wegen musste ich eine ausführliche Kur in Bichl gebrauchen; dieselbe hatte wenigstens so weit Erfolg, als Prof. Nussbaum, der erste Arzt Münchens, glaubt, dass sie bis Weihnachten vollständig genesen könne. Möge er Recht haben; bis dahin sind es dann gerade zwei Jahre seit meiner Erkrankung. — Da ich nun heuer nicht nach Vaduz kam, so möchte ich Ihnen und der guten Mutter, die ich tausendmal grüsse, auf Weihnachten eine rechte Freude machen, und beauftrage hiemit die Maly, mir baldigst einen Vorschlag zu machen. Wie geht es dem lieben Bruder Tony? Maly scheint gottlob sich wieder gut zu befinden. Fanny und ich sind immer mit dem Plan eines Hauskaufes beschäftigt; es ist aber so schwer in nicht weiter Entfernung vom Centrum der
        

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