- 197 - chen finden können, das auch im Preise konvenable wäre; denn mei- ner Frau wäre es nicht so sehr um das Haus, als um einen Garten zu thun. Der gute David wird mir wohl bös sein, dass ich ihm schon so lange einen Brief schulde; er möge aber keinen Groll ins neue Jahr hinübertragen, denn solches ist unchristlich und eines biederen Ge= müthes, wie das seinige, unwürdig. Was ja an Neuigkeiten sich allen- falls ereignete, wurde doch durch meine Frau schon nach Vaduz berichtet. — Der Winter ist nun mit aller Strenge eingezogen, wir haben eben die kältesten Tage und die Spatzen vor den Fenstern betteln und piepen den ganzen Morgen um ein bisschen Brod. — Um das oder jenes zu fragen kann ich mir heute ersparen, da Maly aufs Beste Auskunft geben kann. Und so bleibt mir nichts übrig, als meine Wünsche zu wiederholen, und die freudige Hoffnung auszusprechen, Sie auch heuer wieder zu sehen. Mit herzlichen Grüssen von uns an Alle Ihr dankergebener Sohn Josef. München, Sylvester 69. • Theuerste Eltern ! Bei dem gegenwärtigen Jahreswechsel drängt es mich, Ihnen in meinem und Fannys Namen die herzlichsten Glückwünsche auszu- sprechen, und den Himmel anzuflehen, uns die lieben Eltern noch recht lange in voller Gesundheit zu erhalten. Dass wir recht oft Ihrer gedenken, wissen Sie — und wenn auch der briefliche Verkehr mit Vaduz mehr durch meine Frau und Maly aufrecht erhalten wird, so kommt dies ja aufs Nämliche heraus, indem Familienbriefe doch Gemeingut der Familie sind. — Wie Maly schrieb, sind Sie, theuerster Vater ! unwohl gewesen — Gott sei Dank, dass es nur vorübergehend war; es wird wohl der etwas hart auftretende Winter Schuld gewesen sein. — Mit Neujahr haben wir an der Kgl. Musikschule eine Ände- rung eingeführt; dieselbe ist in zwei Departements eingetheilt: die Orgel- Klavier- und Theorie-Klassen sind mir, die Orchester- und
        

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