- 187 — Theuerster Vater ! Nachdem ich mich von meiner heftigen Krankheit gottlob so weit erholt habe, dass mir der Arzt das Reisen gestattet, setze ich dazu künftigen Donnerstag den Ilten an, und da ich hier früh 6 mit Eilzug fortfahre, so werde ich Nachmittags circa zwischen 3 — 5 in Sevelen sein, woselbst ich hoffe, Sie, oder wenn Ihnen zu beschwerlich, jemand Anderen begrüssen zu können. Auch bitte ich, des Gepäckes wegen die nöthigen Arrangemants zu treffen. Auf baldiges u. fröhliches Wiedersehen mit herzl. Grüssen Ihr dankbarst. Sohn G. J. Rheinberger. M. d. 8. 8. 64. Theuerster Vater ! Gerne hätte ich Ihnen zu Ihrem glücklich zurückgelegtem fünf- undsiebzigsten Namens- und Geburtsfeste02) brieflich Glück gewünscht — aber jenes traf mich eben in einem solchen Strudel von Arbeit, dass mir meine gute Absicht nicht gelang. Sie wissen aber ohnediess, dass Niemand an Ihrem Wohlergehen lebhaftere Theilnahme emp- finden kann, als ich wie jedes Ihrer Kinder; und so war es mir doppelt erfreulich, nach meiner Rückkehr hieher aus Schafhäutls Munde zu vernehmen, dass Ihre einfache und herzliche Art ihm so sympathisch war03). Mit meiner Gesundheit macht sich's nun ganz gut, so dass ich gottlob die Aussicht habe, ohne irgend einen «Rest» davonzukommen; während den Ferien hatte ich noch nicht diese Hoffnung, was meine trübe damalige Laune und Stimmung entschul- digen mag. In den hiesigen musikalischen Verhältnissen hat sich gar manches geändert. Hauser ist pensionirt, — sein Nachfolger noch nicht er- nannt. — Nächsten Cäcilientag wird das Conservatorium eine Messe von mir aufführen — ebenso kommt im Laufe der Adventzeit die Ouvertüre meiner Oper in einem Academieconcerte zur Aufführung;
        

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