— 182 - Theuerster Vater ! Da unser Schuljahr nun bereits glücklich zu Ende, so denken wir daran, unser Wanderbündel zu schnüren, um die lieben Unsrigen zu besuchen. Wenn Alles recht geht, werden wir Samstag den 13ten d. wie gewöhnlich in Sevelen eintreffen, und hoffen, Sie daselbst schon be- grüssen zu können. Peters Brief habe ich empfangen — werde ihm die Antwort selbst bringen. — Wie ich gestern in der Neu-Münchner Zeitung las, war unser Fürst nebst Frau Mutter am 4ten d. M. schon in Lindau — auf der Durch- reise nach Vaduz; demnach müsste er längst schon in Liechtenstein sein. Landesverwesers sind sehr betrübt über die Einberufung d. Hr. Lieut. Menzinger, welcher gestern nach Verona abreiste. — Glauben Sie nicht, Bester Vater ! dass ich über die Ferienzeit den Flügel d. Hr. Adjunct zu miethen bekäme? Es wäre diess ein grosser Vortheil für mich, ohne Nachtheil des Eigenthümers. Was es sonst noch zu erzählen gäbe, spare ich mir besser auf Samstag Abend, hinterm Tisch bei einem Gläschen Vaduzer. Die liebe Mutter, alle Geschwister, vorzüglich aber Sie, Bester Vater ! herzlichst grüssend verbl. ich Ihr dankbarer Sohn G. J. Rheinberger. München 10. 7. 61. NB. Der Mathias soll wegen der Kiste auch nach Sevelen kommen. * Theuerste Eltern ! Obschon Mali bisher den correspondirenden Secretär machte, so ist es doch schon längst an der Zeit, von meiner Seite an Sie zu schreiben — und heute ist seit nahezu drei Wochen der erste unge- störte Abend hiezu. Erwarten Sie aber desswegen noch nicht einen Sack voll Neuigkeiten — höchstens Emil hätte Stoff liefern können. Wie fabelhaft er allen meinen Warnungen zu Trotz, gewirthschaftet, da-
        

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