— 180 — Am Conservatorium geht alles seinen langweiligen Gang; mit Dr. Hauser komme ich bisher noch vortrefflich aus — am Neujahrstage bekam er einen Orden. Er sagte mir, seine Majestät hätten sich bei der Cour sehr zufrieden über die Anstalt geäussert. Sylvesterabend war ich bei Baron Banquier Eichtal eingeladen und lernte dort den Präsi- denten der Abgeordneten Kammer, Graf Dux-Hegnenberg kennen. Ich will sehen, ob uns die Abgeordneten die Gehaltserhöhung bewil- ligen; wenn nicht, so werde ich die erste gute Gelegenheit benützen, in eine bessere Stellung zu kommen. Mit Julius Maier komme ich ziemlich häufig zusammen. Dass Peter seinen Wunsch erreicht, Tychi zu entfernen, freut mich ungemein; ich wünsche ihm einen zuverlässigen Lieutenant — was spricht man in Vaduz darüber? Allenfallsige Plauderneuigkeiten werden in Malis beiliegendem Briefe sein. Ich grüsse Alle, David, Seffa Peter Toni Lisi von Herzen. Vor Allem aber Sie, Beste Eltern ! In der Hoffnung, einmal wieder einen Brief von Ihnen zu erhalten, verbleibe ich wie immer Ihr dankbarster Sohn G. J. Rheinberger München, 6. 2. 61. Theuerste Eltern ! Längst schon wollte ich Ihnen schreiben; ich wartete nur, um Stoff zu einem ordentlichen Briefe zusammenzubekommen, allein es wollte und will sich Nichts ereignen, das einen Brief füllen konnte. Doch kann ich Ihnen, Beste Eltern ! berichten, dass wir Beide uns vortreff- lich befinden, was bei allem die Hauptsache ist. Bei mir verfliesst ein Tag wie der Andere im alten Schlendrian — «Keine Ruh bei Tag und Nacht» vor lauter Musik, Kopf- und Bauchweh vor lauter Musik; komm ich von einem Tagwerk nach Hause, wartet schon ein Schüler; und wartet keiner, so gibts erst recht Musik. — Von unserer Gehaltserhöhung verlautet noch Nichts, trotzdem, dass die Kammern schon seit Dez. v. J. versammelt sind — es heisst der Kriegsminister fresse wieder alle übrigen Gelder auf — wegen
        

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