- 175 - Sonst weiss ich nichts Neues. Hoffentlich befindet sich Alles zu Hause wohl. David oder Toni sollen mir bald schreiben. Nun ist es V2 3 Uhr, und Zeit, wieder ins «Gschäft» zu gehen. Die herzlichsten Grüsse an Alle, vorzüglich an Sie Theuerste Eltern ! von Ihrem Sohne G. J. Rheinberger. München, den 9. 12. 59. Theuerste Eltern ! Längst schon hätte ich Ihnen geschrieben, wenn es mir nicht an Stoff hiezu gefehlt; mir geht es gut, soviel ich weiss, Ihnen auch, und das ist besser, als ein Brief voll Neuigkeiten. Mali befindet sich auch wohl, und lernt brav französisch; seine Aussprache ist aber häufig zum Haarzubergestehen, auch seinen Vaduzer-Dialekt lässt es sich nicht nehmen, da hab' ich gut predigen ! Im Übrigen brauchen wir viel Geld, und leben gewiss sehr einfach; von Ersparen ist heuer bei mir keine Rede. Die Vakanz hindurch werden wir besser thun, nach Hause zu gehen, denn meine meisten Schüler gehen aufs Land, und so würde sich ein Sommeraufenthalt hier nicht rentiren. Den 15ten März hoffe ich meine neue Wohnung in der Bhimenstrasse No. 16/2 beziehen zu können. Sie ist kleiner als meine Gegenwärtige, aber netter — kostet 132 fl, also 18 fl billiger. Ich habe dort ein Empfangs- zimmer, ein grosses Schlafzimmer und Mali ein detto kleines. Seit einem Jahre schon gebe ich in dem Hause Unterricht, auch ist Mali mit der Familie bekannt. Ich will sehen, ob es mir dort behagt ! Mali kommt häufig mit Prof. Maier, oder viel mehr dessen Frau zusammen, wie überhaupt Maier's immer voll Freundschaft sind. Davids Brief hatte mich sehr erfreut; mein nächster Brief soll des- halb ihm und Lisi gelten. Dem Toni lass ich sagen, dass meine Antwort auf seinen verlorenen Brief ebenfalls verloren gegangen, deshalb die Reihe zu schreiben wieder an ihm sei. Ist der Triesnerberger Architekt Schädler über die Faschingszeit zu Hause gewesen? Ich habe von ihm Nichts mehr gesehen noch ge-
        

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