— 170 - Perstenfeld's lassen Alle grüssen. Mit meinen Einnahmen steigen meine Ausgaben auch fortwährend; so musste ich in letztem Monat allein 40 fl für Kleider ausgeben. Dem Mali habe ich für Weihnachten Musikalien gekauft, fand aber noch nicht die Zeit, sie zu versenden. Der Winter ist heuer nicht sehr streng. Es schneit fast nie, aber regnet desto häufiger. Hat Hr. Doctor Schädler für mich ein Zeugniss geschrieben ? Nun weiss ich nichts mehr zu schreiben. Indem ich Ihnen, Ge- liebte Eltern ! nochmals alles Glück und Himmelssegen für das neue Jahr 1859 wünsche, verbleibe ich wie immer Ihr dankbarster Sohn G. J. Rheinberger. München, 2. 1. 59. Theuerste Eltern ! Ihr letztes Schreiben vom Februar hat mich umsomehr erfreut, als dadurch ein längeres Schweigen von meinen lieben Angehörigen in Vaduz unterbrochen wurde. Sie fragen mich, warum ich nichts von den Hrn. Schafhäutl und Maier -schreibe. Einfach desswegen, weil ich nichts im Besonderen mitzutheilen habe; ich stehe mit beiden auf dem nämlich guten Fusse, wie früher, nur erlaubt meine kurz zugemessene Zeit nicht mehr, sie so oft als früher zu besuchen. Hr. Maier hat mir erst gestern einen Gruss an Sie aufgetragen. Hr. Pf. Wolfinger von Türkenfeld kommt nie nach München, und, dass ich auf nur einen Tag von hier fort könnte, daran ist nicht zu denken; daher kommt es, dass ich ihn so lange nicht mehr gesehen. Das Letzte, was ich von ihm gehört, war ein Gruss, den er mir geschickt. Da ich ihm jedoch unlängst geschrie- ben, hoffe ich auch auf eine baldige Antwort von ihm zu vernehmen. Wenn mich irgend ein Vorwurf ungerecht trifft, so ist das der, dass ich mich irgendwie undankbar gegen ihn benehme, das dürfen Sie mir, Theuerste Eltern ! glauben. Anbei Mali's Musikalien. Der Toni soll ihm das «Pianoforte-Album» schön einbinden, wenn er näm- lich gerade bei schönem Wetter (guter Laune) ist. —
        

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