19 — spezialiter angeordneten Kaiserlichen Kommission endlich dahin ge- kommen, dass berühmte Herrschaft Vaduz von ermeldeten Fürsten zu Liechtenstein Liebden in Kraft des commissionaliter errichten und in Abschrift beiliegenden Recessus für einen Kaufschilling pro zweimal- hunderttausend und neunzigtausend Gulden wirklich anerkaufet und von uns sotaner Kauf ex plenitudine potestatis Caesarea in allem con- firmiert und bestätiget worden, und diesem nach nichts mehr übrig ist, als dass nunmehro des Käufers Liebden in den wirklichen Besitz dieser an sich käuflich gebrachten Herrschaft Vaduz fördersamst gebracht werde: So tun wir zuvörderst Euer Liebden dero bisher über diese Herrschaft Vaduz geführten Administration nebst gnädigster Dank- erstattung wegen Ihrer darin gehabten Mühe und Sorgfalt gänzlich entheben und anbei gnädigst gesinnen, Sie wollen Ihrer des Fürsten Johann Adam zu Liechtenstein Liebden oder dero Bevollmächtigten obgenannte Herrschaft Vaduz in Conformität obangezogenen Kauf- briefs abtreten und einantworten, die sämtlichen Untertanen an die- selbe anweisen lassen. Das gereicht Uns zu gnädigstem Gefallen, und wir verbleiben mit kaiserlichen Gnaden und allen guten wohl beigetanen Gaben in unse- rer Stadt Wien den siebenten Martii Anno siebzehnhundert und zwölf: Unserer Reiche des Römischen im ersten, des Hispanischen im neun- ten, des Hungarischen und Böhmischen auch im ersten». Carl. Fürstabt Rupert von Kempten übergibt seinem Kanzler und Ge- heimen Rat Jodoc von Blömegen den Auftrag, dass er «in ihro kaiser- licher Majestät allerhöchstem und unserem Namen gedachte Ubergab in das Werk richten und hiebei alles, was dem kaiserlichen allergnä- digsten Befehle gemäss ist, vollziehen solle und möge». Am 9. Juni 1712 ist der grosse Tag der Übergabe. Aus einem Briefe des Kanzlers an den Fürstabt und dem Übergabs- und Huldigungs- protokoll, das in unserem Landesarchive erhalten ist, gewinnen wir ein lebendiges Bild der fast dramatischen Vorgänge. Kanzler Jodoc von Blömegen reist einige Tage vor der Huldigung von Kempten nach Feldkirch, um das Werk vorzubereiten. Da emp- fängt ihn Landvogt Johann Franz Bauer mit der Nachricht, dass die Untertanen nicht huldigen wollen, wenn sie nicht die abgelösten
        

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