— 164 — Heute vor 8 Tagen war ich bei Dr. Hauser wegen meiner bewussten Angelegenheit. Er war ganz freundlich (wider alle Erwartung) und sagte mir, die EntSchliessung des Ministeriums werde (wie ich früher vermuthete) bis Mitte September erfolgen. Das Nähere mündlich. Nun habe ich weiter nichts zu berichten, als dass ich mich sehr freue, Sie alle wieder sehen zu können, und das, wie ich hoffe, im besten Wohl- sein. Ich bin, Gott sei Dank, immer wohl und componire fleissig. In der Hoffnung eines baldigen Wiedersehens, verbleibe ich Theuerster Vater ! Ihr dankbarster Sohn Josef Rheinberger. München, den 18. Juni 1858. Theuerster Vater ! Ihren lieben Brief vom 22ten erhielt ich am 24ten Juni, und beeile mich nun, ihn zu beantworten. Leider kann ich Ihrem Wunsche, welcher mir immer Gebot ist, nicht ganz entsprechen, indem ich nicht vor, sondern erst nach Mitte Juli nach Vaduz in Ihre Arme eilen kann. Der Hauptgrund ist folgender: Baron v. Perfall ersuchte mich vor 8 Tagen, ihm von seinem Oratorium «Dornröschen» einen Klavierauszug nach der Partitur zu bearbeiten, und zwar so bald wie möglich. Nun kann ich damit bei meiner anderweitigen Beschäftigung kaum vor dem 20ten Juli fertig werden. Jedenfalls werde ich aber, wenn es Gottes Wille ist, Sonntag den 25ten Juli in Vaduz sein, und ihnen etwa 8 Tage zuvor genau den Tag angeben, wo ich bei der Eisenbahnstation Sevelen aussteige. Toni schrieb mir am 20ten, Peter am 25ten Juni. Peter meinte, ich solle mit ihm auf den 25ten Juli nach Zürich zum eidgenöss. Sänger- fest — was aus obigem Grunde leider unmöglich ist. Ich werde es ihm heute oder morgen schreiben. Dem Toni Dank für seinen Brief. Noch war es mir nicht möglich, einen Ersatzmann für meine Theatiner- sanct-Cajetanshofkirchenorgel zu finden. In Betreff des Conservato- rium's noch keine Entscheidung. Perfall sagte mir neulich, er sei des- halb zum Minister v. Zwehl gegangen. Der Minister kenne meinen Namen von der letztvergangenen Concertsaison noch recht gut. (Doch
        

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