— 162 — Am 8. Mai 1858 bat Josef seinen Vater, ihm Lachners Zeugnis zu- zusenden, da er sich um die durch Abgang von Prof. Wüllner freige- wordene Klavierlehrerstelle bewerben wolle. Das Zeugnis scheint allerdings verloren gegangen zu sein, schreibt doch Rheinberger am Ende des gleichen Monats: Theuerste Eltern ! So angenehm mir Ihr letztes, liebes Schreiben gewesen, so war es mir doch äusserst fatal, dass das bewusste Zeugniss sich nicht vorge- funden hatte. Da ich dasselbe nie in Händen hatte, so muss es wohl noch daheim sein. Weil ich in meiner Eingabe schon bemerkte, dass ich ein Zeugniss des Hr. G.-Directors Lachner in wenigen Tagen einsenden werde, so war ich nun in der unangenehmen Lage, dies alles dem Hr. G.-Director Lachner zu sagen und um ein neues Zeugniss zu bitten. Ich erhielt dasselbe (eine Abschrift davon beiliegend) und trug es aufs Ministe- rium nach. So weit alles gut. Ob nun Aussichten für mich vorhanden, kann ich Ihnen, Beste Eltern ! nicht sagen — Hr. Prof. Maier glaubt, dass sich die Sache wegen der nahen Ferien bis aufs nächste Schuljahr (vom 15ten September an) hinausschleppen werde, und so wollen wir denn abwarten, ob etwas daraus wird, oder nicht. Unterdessen bitte ich natürlich, niemandem etwas davon sagen zu wollen, da auch hier nur wenige davon wissen. — Dem Peter habe ich vor kurzem erst geschrieben, aber noch nicht Antwort erhalten. Das ist nun Alles, Theuerster Vater ! was nur von Belang wichtig genug ist, Ihnen zu schreiben. Im Übrigen hoffe ich den Monat August und Hälfte September wenigstens, bei Ihnen daheim verbringen zu können, und freue mich herzlichst, alle unsere Lieben zu sehen. Der Toni schrieb mir unter Anderm auch von seinem neuen Freunde, Hr. Urbanegg — wer ist denn der? Wie geht es der lieben Mutter? Sie schickt mir selten Grüsse •— was sonst nicht die Art der Bündner ist. Und was macht die Seffa, von der ich sei l'/s Jahren nichts mehr gehört? Da ist der Toni und der David (wenn er z'Strucha net hät und si Pfifli guat brennt) und's Mali und Lisi schon fleissiger, und geben
        

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