— 158 — diesem Sommer «daheim» umarmen zu können. In dieser frohen Erwartung verbleibe ich mit den herzlichsten Grüssen Ihr dankschuldiger Sohn Josef Rheinberger Hof-Organist mit 60 fl Gehalt. Monachium den 4. 3. 58 Abends 9 Uhr. • Theuerste Eltern ! Da ich heute, als am Charfreitage, nicht viel zu thun habe, so be- nütze ich diese Zeit, um dasjenige, was ich zu berichten habe, zu Papier zu bringen. Ihren, und Lisi's Briefe habe ich richtig erhalten; auch Hr. Per- stenfeld den an ihn gerichteten Brief übergeben. Wenn Hr. Perstenfeld Ihnen schrieb, dass ich um einen Schuh gewachsen, so kann er das nicht verantworten, indem ich höchstens noch zwei Zoll gewachsen sein kann. Vier solcher Faden, wie beiliegender, geben genau meine Grösse, so dass Sie, um zu sehen, ob ich gewachsen bin, nur einen 4 mal so langen Faden zu nehmen brauchen, und damit an der Kassa- thür gegen die frühern Masse vergleichen52). (Jaso, wir wohnen ja nicht mehr dort !) Ich befinde mich ganz wohl, was ich auch von allen lieben An- gehörigen hoffe. Der David schrieb mir letzthin, dass das Vaterland wegen Trom- petenmangels in Gefahr sei. Dem Vaterlande kann geholfen werden. Das hochfürstliche Armeekommando beliebe sich an Ottensteiner, Inslrumentenmacher in München, Thal No. 74 zu wenden. Die zu verlangenden Instrumente heissen nicht Trompeten, sondern Signal- hörner. Diess zur Beruhigung des Vaterlandes. Auf die, mir von David angetragene Trompeterstelle in unserer Armee verzichte ich aus dem Grunde, dass ich mich noch nicht für genügend musikalisch tüchtig fühle, um so ein staatsgefährliches Disperimentum zu erlernen.
        

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