— 140 — Was macht der Peter? Ist die liebe Mutter immer gesund? Hat der Toni dem Mali meinen Brief gegeben? Und Sie, Theuerster Vater ! sind Sie immer wohl? Da ich weiss, dass es Sie immer freut, wenn ich Compositionen von mir zur Aufführung bringe, so will ich hierin mein Möglichstes thun. Jedoch ist es mit mehr Schwierigkeiten ver- bunden, als man glaubt. Nagiller ist wieder hier und lasst Hr. Schmutzer grüssen, sowie auch ich. Hr. Onkel in Schaan lasse ich auch grüssen, sowie Alle Bekannte. Nun leben Sie wohl, Beste Eltern ! Ich verbleibe auf immer Ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. München, Sonntag, den 22. 3. 57. * Theuerster Vater ! Gestern erhielt ich David's Brief, und kann nun auch Ihre Frage, ob ich nichts mehr zur Aufführung gebracht, gleich mit «ja» beant- worten. In dem Illten Seidel'schen Concerte liess ich ein neues Streich- quartett aufführen, welches so gefiel, dass ich nach dem letzten Satze gerufen wurde. Ich bekam weit mehr Applaus, als alle übrigen Piecen. Die Hr. Lachner, Perfall, Schafhäutl, Maier, Leonhard sagten mir viel Schmeichelhaftes, und dass andern Tages kam sogar ein Hofmusiker in meine Wohnung, um mir zu gratuliren. Eine Recension lege ich hier bei; es sind noch nicht alle erschienen, jedoch werde ich die andern in meinen nächsten Brief einschliessen. Die andern auf dem Programm vorkommenden Componisten sind Münchner, mit Aus- nahme Ludwig's, welcher Eleve des Prager Conservatorium's war43). Über Ostern war ich nicht in Türkenfeld, erstens konnte ich wegen meinen Schülern nicht fort, und zweitens wegen dem Oratorienverein, welcher, um gleich nach Ostern ein Concert geben zu können, in der Charwoche mehrere Proben hielt und intens auch noch wegen dem Stimmenschreiben zu meinem Quartett und den Proben zum Illten Seidel-schen Concerte. Jedoch hatte ich Herrn Pfr. Wolfinger auf Ostern geschrieben und er mir mit 10 fl geantwortet. Auf Pfingsten ginge ich gerne hinaus, wenn ich wegen meinen Schülern fort könnte.
        

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