— 139 — Der Winter ist hier wunderschön; ich habe seit November den Regenschirm nur an zwei Tagen gebraucht. Sind Sie, Theuerste Eltern ! immer wohl? Indem ich dies hoffe verbleibe ich auf immer Ihr dankbarster Sohn München, den 1. 3. 57. Jos. Rheinberger. * Theuerster Vater ! Meinem Versprechen gemäss schreibe ich Ihnen also nach der ersten Aufführung meiner Ouvertüre. Ich wollte noch die Recensionen abwarten, da aber in den meisten Zeitungen die Fassung derselben ganz kurz ist, so schienen sie mir zu unbedeutend, um sie zu schicken. Sie lauten alle entschieden günstig. Wenn ich nicht irre, so war in der Beilage der Allg. Zeitung vom 18ten März auch eine Erwähnung. Die Aufführung war gut und besonders Hr. Prof. Schafhäutl ausgezeichnet zufrieden. Von allen Seiten erhielt ich viel Lob. Zufällig kam Hr. Vetter Carigiet an diesem Tage hieher, und es freute mich, ihn in das Concert führen zu können. Wir hatten einander recht lieb gewonnen und Dutzbruderschaft gemacht. Auf meinen Wunsch blieb er vom Samstag bis Montag hier. Es dürfte Sie, Bester Vater ! vielleicht freuen, wenn ich das Concert- Programm beilege. Die zweite Aufführung (im Privat-Musik-Vereine) wird ungefähr in 14 — 18 Tagen sein. Die lieben Briefe von David, Toni und Ihnen habe ich erhalten, und es freute mich, dass Toni mit den geschickten Sachen zufrieden ist. Ist die Frau Oberförsterin ausser Gefahr? Hr. Feuchtwanger (wel- cher für Hr. Tichy die Blechpatronen verfertigte) sagte mir, dass Hr. Tichy ihm geschrieben habe, dass er mir nächstens schreiben werde. Ich habe jedoch bis jetzt noch keinen Brief, (auch die Auslagen [14 fl 36 +er] nicht) von ihm erhalten. Jedoch bitte ich, Hr. Tichy nicht zu mahnen, weil er es doch schicken wird. Ich bin Gottlob immer gesund, und componire sehr viel, trotz meinen anderen Ge- schäften. Meinen 18ten Namenstag habe ich fröhlich bei Hr. Prof. Schafhäutl mit Champagner gefeiert. —
        

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