— 138 — Ich werde nun wieder eine Stunde bekommen zu 36 +er und zwar durch Hr. Schafhäutl. (Jetzt ist es '''U auf 2 Uhr, um zwei Uhr muss ich Stunde geben, daher die schlechte Schrift). Theuerster Vater ! Leben Sie wohl und grüssen Sie die liebe Mutter von ihrem dank- barsten Sohne Jos. Rheinberger. Das Datum fehlt. Poststempel: «München, 30. IAN. 1857 III». • Theuerste Eltern ! Obschon ich eigentlich wenig oder nichts Neues zu schreiben weiss, so weiss ich nichts destoweniger viel zu fragen, wenn anders etwas Wichtiges darunter ist. I Ist Herr Wagus schon in Vaduz gewesen ? II Hat Peter meinen Brief erhalten ? III Hat Hr. Tichy die gewünschten Blechpatronen, und Toni mit denselben die Fileten erhalten ? IV Hat der Toni feine Lettern mit Schriftkasten erhalten ? Theuerster Vater ! meinem Versprechen gemäss, werde ich im Laufe dieses Monats meine Fiesco-Ouverture aufführen, und zwar 2mal. Einmal im Privatmusikvereine und einmal in einem neugegründeten Orchestre-Vereine, dessen Director, Herr Seidel, ein guter Freund von mir ist. Für den Beifall will ich gutstehen, wenn die Aufführung ent- sprechend ist. Auch habe ich im Sinne, im philharmonischen Verein einmal als Klavierspieler aufzutreten, und zwar mit einer schon fertigen Concert- Sonate; jedoch weil die Sache noch nicht bestimmt ist, so habe ich noch niemand etwas davon gesagt. Vor den hiesigen Pianisten scheue ich mich, beiläufig gesagt, durchaus nicht. Die Herren Maier und Schafhäutl lassen Sie schönstens grüssen, sowie auch den Peter. Seitdem ich wieder hier bin, habe ich schon vieles componirt, um für alles gerüstet zu sein. Von Hr. Prof. Herzog habe ich letzthin einen Brief erhalten. Die erste Aufführung meiner Ouvertüre wird, wenn kein Hinderniss ein- tritt, am 15ten sein. Gleich nach der Aufführung werde ich Ihnen, Bester Vater ! berichten.
        

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