— 137 — stehe ich immer so gut als früher. Hr. Prof. Schafhäutl sagte mir, meine Compositionen seien nun so reif, dass ich unbedenklich einiges drucken lassen könne: worüber ich mit Herrn Maier sprach. Sind alle gesund zu Hause? Auch Sie, Theure Eltern? Ich verbleibe Ihr dankschuldiger Sohn Jos. Rheinberger (Dem Hanni, Peter, David, Mali, Toni werde ich nächstens schreiben, sowie auch Hr. Tichy). Das Datum wurd vermutlich vom Vater Rheinberger mit Bleistift hinzugefügt: «den 23. Jän. 1857». * Theuerster Vater ! Soeben erhielt ich durch Ihre väterliche Güte 50 fl, welches ich Ihnen auf Ihren Wunsch sogleich anzeige. Anfangs März wird eine grosse Ouvertüre von mir im Privatmusikverein aufgeführt. Von Mannheim habe ich leider gar keine Nachricht. Prof. Leonhard will ein Streichquartett von mir im Conservatorium aufführen. Es fehlt hier an einer Gelegenheit etwas von sich überhaupt aufgeführt zu hören, darüber beklagen sich alle jüngeren hiesigen Componisten, deren es hier mehrere recht gute gibt. Da heisst es zuwarten und zuwarten ohne Ende. Mit General-Director ist in diesem Punkte nicht gut reden. Er führt nur ältere, aber ausgezeichnete Werke auf und ist davon nicht abzubringen. Ich war bisher im Punkte der Aufführungen von eigenen Compositionen noch einer der glücklichsten der hiesigen jungen Componisten. — Die Stimmen zu meiner Messe muss die Ludwigskirche bezahlen, und da diese die ärmste, folglich sparsamste der hiesigen Kirchen ist, so dauert es so lange wegen der Aufführung. Seitdem Depröss wieder liier ist, bin ich nicht mehr zur Ludwigskirche gerufen worden. (Sein Vater ist ein guter Freund von Peutenrieder und sieht wahrscheinlich seinen Sohn lieber dort als mich, und er hat auch recht). Übrigens stehe ich mit Peutenrieder auf sehr gutem Fusse. Die Beiträge samt Orat.-vereinsgehalt bringt Perfall alle Monate zu Hr. Maier (bei wel- chem ich oft zu Tisch geladen bin) mehr weiss ich nicht davon. — Hat Lisi seine Bestellung erhalten, warum keine Antwort? und Toni?
        

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