— 134 — ob ich dafür bezahlt werde, weiss ich selbst noch nicht. Auch ist es in die St. Ludwigs-Kirche sehr weit zu gehen. Mein Oratorium «Jephtas Opfer» habe ich im Clavierauszuge fertig. Hr. Schafhäutl gefiel es sehr. Heute werde ich mit meiner grossen Ouvertüre fertig, welche ich dann im Privatmusikvereine zur Aufführung bringen werde. Meine Es-dur Messe wird im Januar in der Ludwigskirche aufgeführt, be- sonders auf Verlangen des Hr. Prof. Schafhäutl. Auch ein grosses Streichquartett habe ich fertig39). Die Frau des Hr. Prof. Herzog sei gestorben, worüber dieser ganz trostlos geworden sein soll. Sind die Bestellungen Davids und Lisa's angekommen, oder nicht? Ist man damit zufrieden? Ich muss mich nun um noch mehr Stunden umsehen; und das ist ein langweiliges Geschäft. Wie geht es Peter? Hanfstängl und Cucumus lassen ihn herzlichst grüssen. Nun kommt mein 30 + er-Schüler. Leben Sie wohl, Theuerste Eltern und Geschwister, und vergessen Sie nicht Ihren Sie liebenden Sohn und Bruder Jos. Rheinberger. München, den 2. 12. 56. Sollte unter der Zeit etwas Besonderes vorkommen, so werde ich im Laufe des Monats noch einmal schreiben. Theuerste Eltern ! Nicht um zu gratuliren schreibe ich Ihnen, Beste Eltern ! sondern um den tiefgefühlten Dank eines Sohnes, der Ihnen Alles verdankt, darzubringen. Möge es Ihnen, Theuerste Eltern ! Gott lohnen; ich kann nie ge- nügend diese Schuld abtragen. Sicher werde ich aber Alles das voll- bringen, was Eltern von einem sie kindlich liebenden Herzen ver- langen können. Ich wünsche Ihnen daher alles Gute, was der Geber alles Guten Ihnen nur spenden mag, nicht nur zum neuen Jahre,
        

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