— 133 — 10 'AJ Uhr, wo mich der Postwagen erlöste, und mich bis 4 Uhr nach Rorschach brachte; erst um 10 Uhr fuhr das Dampfboot nach Lindau, welches jetzt prachtvoll aussieht. Wegen der grossen Kälte nahm ich Eisenbahn II. Klasse, und von Augsburg brachte mich der Eilzug in •V4 Stunden, nämlich um V2 11 Uhr nach München. Die Herren Maier, Perfall, Schafhäutl etc. empfingen mich äusserst freundschaftlich, und — nun sitze ich in meiner alten Wohnung bei Perstenfeld's und habe schon Mehreres componirt. Auch habe ich einen Schüler aus Würzburg in der Harmonielehre zu unterrichten. Herrn Generaldirektor Lachner habe ich noch nicht zu Hause ge- troffen. — Ich befinde mich ganz wohl, und hoffe mich mit Gottes Hilfe durchbringen zu können. Ich habe ein 
2/:s Klafter Holz zu 9 fl und einen warmen Winterrock gekauft (zu 16 fl). — Perstenfelds Ludwig hat das Clarinett-Spielen aufgegeben. Die Frau Oberförsterin wird ihren Hut nächsten Sonntag in Sevelen holen können. Den Toni und David werde ich auch bäldestens befriedigen. — Unter meinen sonstigen Ausgaben steht auch ein Regenschirm zu 6 fl — dann Handschuhe, Stiefel, Aufenthaltskarte, Notenpapier, Licht etc., so geht es immer fort. — Was macht Peter in ... ? (Das Wort ist unleserlich). Und alle lieben Geschwister, sowie auch Sie, Theuerste Eltern? Mit den Bestellungen werde ich auch einen Brief schicken, und verharre indess als Ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. München, 10. 11. 56. Viele Grüsse von überallher. Theuerste Eltern ! Ohne etwas Neues, Bemerkenswerthes zu wissen, schreibe ich Ihnen diessmal bloss, um Sie von meinem immerwährenden Wohl- befinden zu unterrichten. Ich habe nun bereits 3 Schüler, wovon nur einer 30, die andern 24 +er per Stunde bezahlen; was sehr wenig ausmacht; da sie noch Anfänger sind, so ist das um so langweiliger. Auch bin ich nun wieder wie vor 3 Jahren Organistenstellvertreter;
        

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