— 128 — Samstag Abends war Mozart-Concert, wobei das Requiem herrlich executirt wurde. Gestern (Sonntag) nachm. 3 Uhr gaben die Schüler der Oberklassen des Max. Gymnasiums zu Ehren ihres Rectors ein grosses Concert, für welchen Zweck ich einen grossen Fest-Chor com- ponirte, welcher dann gestern von 50 Sängern und eben so vielen Instrumentalisten auch vorgetragen wurde, und sehr viel Effekt machte. — Von Frankfurt ist noch nichts da. Geduld ! — Meine kleine fertige Oper hat gegenwärtig Hr. Lachner zur Durch- sicht. Sie ist mir gut gelungen. Ich weiss gar nichts Neues mehr; auch ist es noch finster. Peter studirt die Ofen-Theorie gegenwärtig, und kann schon bald einheizen. Da ich nun zum Generaldirektor gehen muss, muss ich abbrechen. Lisi und Mali sollen mir schreiben. Sowie von Frankfurt etwas kommt, werde ich es Ihnen, Theuerster Vater ! sogleich schreiben. .Indessen leben Sie wohl und gesund; auch einen herzlichen Gruss an die liebe Mutter von Ihrem dankbaren Sohn Jos. Rheinberger. München, 28. 1. 56. Theuerster Vater ! Da ich soeben dem Toni verschiedene Bücher etc. zu schicken habe, will ich diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, an Sie, Bester Vater zu schreiben, obschon ich nicht viel Wichtiges weiss. — Das Beste ist jedenfalls, dass Peter und ich gesund sind; was wir auch von allen lieben Angehörigen hoffen. Dass meine kleine Oper fertig ist, habe ich bereits geschrieben; für später werde ich schauen, sie irgendwo auswärts auf die Bühne zu bringen, wozu mir auch Hr. Prof. Schafhäutl gerathen hat; Lachner hat sie nicht ganz durchgese- hen. Gegenwärtig arbeite ich an einer neuen Sinfonie, deren erster Satz schon fertig ist55). — Heute (Montag) Abends ist Oratorienvereinsconcert, wo ich auf der Orgel mitwirken muss, — Peter hat Hr. Pfarrer Wolfinger in Türkenfeld den Tod des Balz- ner Müller's gemeldet. —
        

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