— 127 — habe, hat Peter vielleicht schon geschrieben; den Stand meiner Kassa bei Hrn. Maier konnte ich nicht erfahren, da Maier seit einiger Zeit in Karlsruhe bei seiner Braut ist. Was das Mozarteum in Frankfurt betrifft, so weiss ich noch nichts Näheres, als laut einem Artikel in der Frankfurter «Didascalia», wo nämlich stund, dass an den Stipen- diaten jedes Vierteljahr 100 fl (jährlich 400 fl) bezahlt würden; und dass der nächste Stipendiat schon vom 1. Januar 1856 an gerechnet werde. (Das Kapital des Mozarteums beträgt 28 900 fl und wirft jähr- lich laut jener Statistik 997 fl ab). Also, wenn ich das Stipendium erhalten würde, wäre es von diesem Neujahre an. — Meine 2 Schüler sind diesen Monat abgereist, ich habe gegenwärtig keine Stunden. Meine kleine Oper kann in 14 — 20 Tagen fertig sein. Gegenwärtig habe ich eine Ouvertüre geschrieben, die Hr. Schafhäutl und Lachner sehr gefiel; ich werde sie später auch im Privatmusik- vereine aufführen lassen. Meine neue Hose kostete 6 fl 48 -fr und mein neuer Rock 19 fl = 25 fl 48 +r. Vom Oratorienvereine aus ist mein Gehalt auf 6 fl per Monat festgestellt. Sonst nichts Neues. Der Winter war bis heute wunderschön, kalt und hell, einmal hatte es 20 Grad Reaumur; heute aber regnet es. Dass ich allen lieben Ge- schwistern «a giückseligs neus Johr» wünsche (auch mir), versteht sich von selbst. Der lieben Mutter meinen herzlichen Dank für das Kristkindl, welches meine Erwartung bei weitem übertraf. Der Peter lasst alle grüssen und dem David für seinen Brief a gl. n. Jahr wün- schen und fragen, ob Landesverwesers Louis noch in Vaduz sei34). Einen baldigen Brief mit Ungeduld erwartend, verbleibe ich, Theu- erste Eltern Ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. München, 31. 12. 55. Theuerster Vater ! Ihren werthen Brief vom 20'en d. erhielt Peter samt dem Gelde, wofür wir Ihnen herzlich danken. Nur war es auffallend, dass es 40 fl zu viel waren, worüber der Peter eben auch keine Thränen vergoss. —
        

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