Der Oratorienverein hat wieder begonnen und zwar mit einer östimmigen Motette von Rheinberger; welche sehr gefiel, wie Frau v. d. Pfordten mir sagte. — Herr Herzog wird diese Tage wieder nach Erlangen gehen. — Von meiner grossen Oper werde ich diese Woche den ersten Akt schliessen. Hr. Lachner sagte, der Text gefalle ihm sehr. (Ich habe ihn ihm ge- zeigt). Es herbstelt hier bereits sehr — da ich aber pressirt bin, muss ich schliessen. Ihr dankbarster Sohn Viele Grüsse. Jos. Rheinberger. Montag, den 22. (Oktober 1855), München. * Auf obigem Brief finden sich auf dem letzten Blatt folgende Zeilen: «Dem Herrn Joseph Rheinberger von Vaduz wird hiemit auf sein Ansuchen bestätigt, dass er kein eigenes Vermögen besitze, und dass ihm seine Eltern nur mit Mühe einen geringen jährlichen Beitrag zur Bestreitung seiner Studienkosten leisten können. Reg. Amt. Vaduz, den 24 8ber 1855. M. Kessler, Amtssubstt.» L. S. (Amtssiegel fehlt). • Theuerste Eltern ! Da Peter heute geschrieben, so dachte ich auch noch ein paar Zeilen hinzuzufügen. Ich weiss aber nicht viel. Zu meinen vielen Zeugnissen zur Eingabe brauchte ich noch ein Leumundszeugnis von der hiesigen Polizei. Zuerst wurde es mir verweigert; ich aber ging zum Oberkommissär und erhielt es dann. Maier machte, ich schrieb die Eingabe, und nun ist alles in Frankfurt. — Ende dieses Monats ist wieder Oratorienvereinskonzert; auch von meiner Wenigkeit wird dabei etwas zur Aufführung kommen. — Peter geht fleissig in die Schule, ist ein braves Büblein und be- kommt keine Tatzen. —
        

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