— 14 — 1606 verleiht ihm der Kaiser für diese Verdienste den Titel «Hoch- und Wohlgeboren», aus welchem Karl von Liechtenstein den Anspruch auf die Anwartschaft zum Stand eines Fürsten ableiten konnte, und ein Jahr später ein Palatinatsdiplom, mit welchem verschiedene Rechte verbunden waren, darunter auch, Münzen prägen zu lassen. Aber es folgt die Entzweiung Karls von Liechtenstein mit Kaiser Rudolf, über die wir nicht näher unterrichtet sind, die aber ihren tieferen Grund in der misstrauischen Abschliessung des Kaisers von der Aussenwelt hatte. Der Obersthofmeister trat vom Amte zurück und stellte sich im «Bruderzwist im Hause Habsburg» an die Seite des Erzherzog Matthias, der inzwischen König von Ungarn geworden war. Für seine Dienste erhält Karl von Liechtenstein am 20. Dezember 1608 von König Matthias den Fürstenbrief, den wir hier (übrigens zum ersten Male überhaupt) abbilden können. König Matthias beruft sich nach einer langen im umständlichen Stil der Zeit gehaltenen Einleitung darauf, dass Kaiser Rudolf eigentlich den Titel eines Fürsten und Regierers des Hauses Liechtenstein bereits an Karl verliehen habe. Das Geschlecht leite sich von berühmtem Fürsten ab und es sei be- kannt, dass er von ältestem Adel sei. Berühmte Taten seiner Vorgänger von Rudolf I. von Habsburg angefangen bis zu den jetzigen Zeiten zeichnen es aus, und hervorragende Aufgaben in Krieg und Frieden haben sie treu erfüllt. Besonders Karl von Liechtenstein habe dem «sehr lieben kaiser- lichen Bruder», dem berühmten Hause Österreich und besonders ihm, König Matthias, am königlichen Hofe und in militärischen Kommando- stellen in unversehrter Treue, unermüdlicher Arbeit und höchster Klug- heit und Tapferkeit glücklich gedient. «Wir erheben aus unserer königlichen Machtvollkommenheit gnädigst den genannten Karl aufs neue zum Stande und Grade der Herzöge oder Fürsten». Es handelt sich, geschichtlich gesehen, um ein einzigartiges Doku- ment, war doch Matthias erst König von Ungarn und konnte daher die Rez'cftsfürstenwürde, die einzig bisher gültige, nicht verleihen. Das mag wohl der Anlass gewesen sein, dass Fürst Karl sich von Kaiser Ferdinand im Jahre 1620 einen neuen Fürstenbrief ausstellen liess, in dem gleichfalls die Verdienste der «sämtlichen Herren von Liechtenstein, uralt-herrlichen Herkommens» und im besonderen die Verdienste des Fürsten Karl hervorgehoben werden, die er geleistet hat,
        

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