— 111 — Theuerste Eltern ! Es freute mich ungemein, von Ihnen, Bester Vater und von Toni vernommen zu haben, dass Sie sich alle des besten Wohlseins er- freuen. Gottlob ! dass ich das von mir auch sagen kann. — Vorerst habe ich viele Empfehlungen von den Herren Maier und Schafhäutl; welch letzterer nicht auf die Pariser Ausstellung geht, denn er sagte, er hätte deren dieses Jahr genug gehabt. Zu Hr. Maier gehe ich wöchentlich einmal, um ihm Rechenschaft von meinen Arbeiten zu geben, womit er immer ausnehmend zufrieden ist. Sonn- tag nachmittags wird gewöhnlich bei Hr. Leonhard musiziert. — Zu Hr. Generalmusikdirektor Lachner komme ich gewöhnlich alle Wochen einmal — in der Zwischenzeit besieht er meine Kompositionen und sagt mir immer, was daran auszustellen. Vorgestern (Sonntags) war ich wieder bei ihm zu Tische geladen und musste nachher meine, Leonhard gewidmete Sonate vorspielen. Jene Stelle, zu der ich hätte gelangen können, war in Zweibrücken in der Pfalz. Gestern gab unser Oratorienverein sein erstes Konzert mit sehr grossem verdien- tem Beifalle. Dieser Verein macht mir viel zu tun, denn oft haben die Damen, dann wieder die Herren allein Probe; jedoch lerne ich vieles dabei und bin auf meinem bescheidenen Posten nicht ohne Neider. Diese Wochen traten die letzten Industrieausstellungsgäste ihre Heim- reise an, nämlich die der Cholera zum Opfer gefallenen, welche aus- gegraben und in ihre Heimat geeisenbahnt wurden. Letzten Samstag vor 8 Tagen fiel hier soviel Schnee, dass man in der Stadt die Kom- munikation nur mit Mühe erhalten konnte, an manchen Stellen 4 —5 ' tief. — Letzthin erhielt ich eine Vorladung auf die Polizei. Man sagte mir, es sei noch ein junger Hr. Rheinberger aus Vaduz hier, lerne auch Musik, wohne auch in der Müllerstrasse: ob dieser mein Bruder wäre? Ich fragte, wie er heisse? Gabriel ! Dann bin's ich selbst ! sagte ich. Nun ging's über den armen Schreiber los, er hatte beim Passabschrei- ben Josef ii. Gabriel geschrieben. Hier noch das Verzeichnis der Ausgaben:
        

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