— 108 — Ich dachte mir zuvor, mir auf das Kristkindl etwas zu kaufen aus dem Gelde, welches ich von Hr. Vetter in Schaan hatte, nachdem ich aber die Ausgaben berechnet, dachte ich, jetzt lasst du es bleiben ! — Was macht die liebe Mutter? Ist sie gesund? Lisi und Mali sollen mir schreiben, was der «Samiklos' gebracht; auf die Feiertage erwar- tete ich von ihnen Briefe, weil ich's so langweilig hatte. Besonders am Stefanstage; es regnete und windete den ganzen Tag/nicht einmal das Bier hat mir geschmeckt. Die Mette vom Weihnachtstage wurde nicht um 12 Uhr, sondern 5 Uhr früh gehalten, denn man befürchtete wegen der Brechruhr. Weihnachten Abend wurde im Concert Haydn's «Jahrzeiten» gegeben. Dem Toni schreibe ich auf seinen Namenstag. — Jene 10 Gulden, welche mir Wolfinger schickte, waren Monatgelder; ich habe sie, sowie die 13 fl 30 +er dieses Monats, noch nicht abge- holt. Sind Malis Musikalien angekommen? Spielt es sie oft? Was macht Peter, David, Seffa? — Heute (Freitag) zum erstenmal Schlittbahn. Ich gebe jetzt eine Harmoniestunde, welche mir wöchentlich 2 Vergeltsgott bringt ! Ich freue mich recht auf Vaduzer-Briefe — indem ich obige herzlichen Wünsche nochmals wiederhole, verbleibe ich Ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. München, 29. 12. 54. Theuerste Eltern ! Ihr Brief mit den beiliegenden 50 fl war mir ein neuer Beweis Ihrer väterlichen Güte und Sorgsamkeit gegen mich. Dass ich sie er- halten habe, wird Toni Ihnen gesagt haben, wenn er meinen Brief erhielt, welches ich hoffe, obschon er mir ihn nicht beantwortete, was nicht schön von ihm ist. Neues kann ich diessmal eben nicht viel schreiben, als dass ich mich wohl befinde, und (ohne mich zu loben, sagen kann, dass ich) fleissig bin. Nachdem meine Oper eingebunden war, trug ich sie zu Hr. Generalmusikdirektor Lachner. Er war ausgezeichnet zufrieden und bedauerte, dass meine Wahl auf einen so unbedeutenden Text gefallen, sonst hätte er sie aufführen lassen. — Letzten Sonntag vor
        

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