— 69 — ses Haus in der. Stadt Schaffhausen am 30 000 Gulden, um zu Geld zu kommen, und die Verhandlungen hatten sich nun schon seit fünf Jahren hingezogen. Zwei Jahre waren mit Erzherzog Maximilian in Innsbruck vergangen, drei Jahre über den St. Galler Bedenken. Die Zeit drängte. Wir lesen aus den Tagebuchnotizen, dass es nun in St. Gallen klar wird, welche Wendung es in der Vaduzer Sache nimmt: Am 20. Januar konferiert Fürstabt Bernhard wegen des Kaufes mit Pater Kieber von Weingarten, am 27. Januar schickt er einen Deputierten nach Hohen- ems, «gen Embs wegen des Sulzischen Kaufes», wie es in der Eintra- gung heisst. So wenig wie Erzherzog Maximilian drei Jahre vorher wird er mit der schwankenden und sicher nicht ganz offenen Haltung des Grafen und seiner Abgesandten einverstanden gewesen sein, und wie drei Jahre vorher der Erzherzog ist nun er der Getäuschte. Die letzte Eintragung in St. Gallen finden wir unter dem 15. März. Es wird noch eine Konferenz gehalten mit den Priestern des Konvents, aber schon geht das Thema darauf aus, «was fürzunehmen gegen den Grafen von Embs». Inzwischen war aber der Vorvertrag schon ge- schlossen worden zwischen Sulz und Hohenems. Ein komisch anmutendes Nachspiel hat der missglückte Kauf für den Fürstabt noch: Am 23. März schickt Erzherzog Maximilian den Vogt von Bregenz nach St. Gallen mit einem Schreiben, in dem er ein Darlehen erbittet, weil er «wegen sonders erheischender Notdurft einer namhaften Summa Gelds bedürftig sei». Er ist sicher zu dem Versuche gelangt, weil er wohl mit Recht annahm, dass die Kauf- summe für Vaduz schon vorbereitet gewesen ist, aber der Abt weicht aus und erklärt, er hätte sie selbst erst aufnehmen und Güter des Gotteshauses verkaufen müssen, und bedauert, dem Ansuchen nicht willfahren zu können. Graf Kaspar von Hohenems als Käufer Etwa seit Oktober 1612 finden Verhandlungen mit Hohenems statt, und Graf Kaspar von Hohenems wird der nächste Partner. Er war der letzte bedeutende Graf von Hohenems, eines Geschlechtes, das in den Kriegen Maximilians und Karls V. zu hohem Ansehen gelangt war. Sein Vater Jakob Hannibal war der letzte grosse Kriegsmann aus
        

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