V erfüllte seine Schüler mit Bewunderung und Hochachtung. Das zeigte sich besonders in seinen Lieblingsfächern, den Sprachen. Und wenn er, der geborene Philologe, auch hie und da vergass, dass er nur Realschüler vor sich hatte, so hat er mit seinen beiläufig eingestreu- ten Exkursionen ins Reich der Sprachwissenschaft nicht nur den Un- terricht aufgelockert. Er hat manch einem Schüler eine Ahnung ver- mittelt, dass Sprache Leben und Geist und nicht nur eine Sammlung von Vokabeln und Regeln ist. Ganz in seinem Element aber war er im staatsbürgerlichen Unter- richte, dem seine besondere Sorgfalt galt. Hier schöpfte er aus seinem reichen Wissen und seiner vielfältigen Erfahrung als Mann des öf- fentlichen Lebens und ehemaliger Parlamentarier. Hier sprach der überzeugte Patriot, der begeisterte Liechtensteiner, hier sprach das Herz mit. Vielen Hunderten von Männern und Frauen, die heue im Leben stehen, hat Dr. Nipp die ersten staatsbürgerlichen Begriffe vermittelt. Seine Tätigkeit in der Schule und auf dem Gebiete der Sprach- forschung und Kulturgeschichte hat ihm Anerkennung von höchster Stelle eingetragen. 1918 wurde er vom Landesfürsten mit dem Titel eines Professors ausgezeichnet. 1936 wurde ihm der Titel eines fürst- lichen Studienrates verliehen. Mit Studienrat Prof. Dr. Nipp hat der Historische Verein eines seiner prominentesten Mitglieder verloren. Das Studium alten Sprach- gutes und der Volkssagen und -Bräuche hat ihn zeit seines Lebens beschäftigt. Von der Sprache her suchte er das Dunkel um die Her- kunft unserer rätischen Ahnen zu erhellen und viele Rätsel in der Kulturgeschichte unseres Landes zu lösen. Seine Arbeit im Jahrbuch 24 über «Alte Sprachüberreste und fremdes Kulturgut in Liechtenstein» bildet einen wichtigen Beitrag zur Namensforschung in unserem Lande. Seine geistsprühende Skizze über «Volk, Sprache, Spruch und Brauch» im Buch «Das Fürstentum Liechtenstein im Wandel der Zei- ten und im Zeichen seiner Souveränität», das 1956 anlässlich der grossen Souveränitätsfeier herausgegeben wurde, hat allgemein Be- achtung gefunden und beweist eine einzigartige Einfühlungsgabe in Sprache und Denken des Volkes.
        

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