— 66 - soll. Die Vögte von Bregenz und Feldkirch schlagen vor, der Kauf möge «vermöge der Kaiserlichen Majestät und des Schwäbischen Kreises verhindert werden». In feierlicher Form heisst es sogar, ge- wissermassen als Appell, noch das Letzte zu versuchen: «Es ist mit Händen und Füssen nach dem Exempel unserer Vorfahren zu wehren, dass der Abt zu St. Gallen und konsequenter die Schweizer ihren Fuss nicht über den Rhein und des Heiligen Reiches Boden setzen». Anfangs 1610 werden der Feldkircher Vogt und der Bregenzer Ver- walter nach St. Gallen geschickt, um sich beim Fürstabt selbst über dessen Absichten zu erkundigen. Fürstabt Bernhard fragt dann auch schriftlich an, ob Erzherzog Maximilian und das Haus Österreich auf ihrem Vorkaufsrechte bestehen, und er gibt der Hoffnung Ausdruck, dass ihm diese Herschaften so gut als anderen vergönnt werden. Nun zieht sich Innsbruck zurück und gibt den Weg zum Kaufe für den Fürstabt frei. Das Interesse des Fürstabtes von St. Gallen Fürstabt Bernhard II. von St. Gallen tritt nun tatsächlich an Stelle des Erzherzogs Maximilian als Kaufinteressent auf. Im Jahre 1555 wurde das Kloster St. Johann nach St. Gallen inkor- poriert. Es hatte manchen Zehent im Lande, in Eschen und ganz be- sonders ergiebig in Schaan, sowie Weinberge in Vaduz, vor allem den grossen Abtswingert mit seinem Torkel. In Feldkirch hatte das Kloster einen eigenen Amtmann. Diese Besitzverhältnisse waren wohl der Anstoss zum Interesse der Fürstabtei St. Gallen an der Erwerbung von Vaduz und Schellenberg. Im Stiftsarchiv wird ein Tagebuch aus dieser Zeit aufbewahrt, das Diarium von Sebastian Nuoffer, der Kämmerling des Fürstabtes ge- wesen ist, und manches kann man dem Sitzungsprotokollbuch ent- nehmen, dem «Protokollum Capituli Sancti Galli». Die Nachrichten stimmen mit den Innsbrucker Akten gut überein. Unter dem 30. Januar 1610 finden wir die erste Eintragung: «Haben sich für Erzherzog Maximilian Gesandte, als Herr Vogt zu Feldkirch und Amtsverwalter zu Bregenz mit Audienz anmelden lassen». Sie fragen wegen des Kaufes an und machen darauf aufmerksam, dass
        

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