Benachbarte solcher dreier Herschaften in unserer Einfalt nicht be- finden, viel weniger als treugehorsamste, gutherzige und altdeutsche österreichische Untertanen Euer Durchlaucht dahin persuadieren hel- fen, dass der Kauf besagter dreier Herrschaften Vaduz, Schellenberg, Blumenegg dem hochlöblichen Hause Österreich zu fernerer Eminenz und beständiger Erweiterung gereiche oder auch uns, den Arlbergi- schen Landständen, zu irgendeiner ergiebigen Vermehrung und bes- serer Sicherheit gereichen wird. Denn erstens sind solche drei Herrschaften, alle drei zumal, keiner aus den Arlenbergischen Herrschaften zu vergleichen, sondern von engem Bereich, allein von sieben oder acht ganzen Dörfern, dazu schlecht populiert, die Untertanen darin grösstenteils arm, auch der- gestalt verschuldet, dass sie wenig mehr erleiden. Wie denn auch das normale Einkommen solcher drei Herrschaften bei Auzug aller Un- kosten den jährlichen Ertrag von 100 000 Gulden Bargeld (die doch nur ein erster Beginn sein sollen) nicht wohl kompensieren und er- reichen mögen. So hat es auch der zwei Herrschaften Vaduz und Schellenberg halber die Beschaffenheit, dass sie mit den Bündnern und Schweizern nicht allein confinieren oder angrenzen, sondern auch wegen des Wuhrens am Rhein viel alte Späne und Streitigkeiten haben, welche, samt den zu erkaufenden Ländlein, alle zumal auf das hochlöbliche Haus Österreich unfehlbar erwachsen und unter demselben (wegen bewusster hinc inde tief eingewurzelter Affection) viel stärker als bisher bei den Grafen zu Sulz (die teils dem Hl. Reich unmittelbar zugetan, teils aber den Schweizern wegen der Landgrafschaft Klettgau mit Burgrechten verbunden sind) ausbrechen und in Schwang kommen würden. Daraus würde ferner erfolgen, dass wir uns, als nunmehr unierte und korrespondierende Mitherrschaftsleute damit notwendig beladen und darüber allerlei Beschwerden, Ungelegenheiten und Ver- derbnis erwarten, ausstehen und mitempfinden müssen. Wir alle haben doch zuvor, besonders aber die Herrschaft Feldkirch, eine rechte Brustwehr und Vormauer gegen die Bündner und Schwei- zer am sulzischen Bündnis gehabt, und werden es, wenn sich hoffent- lich die Kaufstraktion zerschlägt, so Gott will, noch weiter haben und behalten (ob es nun die Grafen zu Sulz behalten oder käuflich auf andere transportieren).
        

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