— 54 — Im Jahre 1617 ist er als General in den Diensten des Königs von Spanien in der Nähe von Vercelli in Italien «am hitzigen Fieber», also der Malaria, im Alter von 57 Jahren gestorben. Im Palatinatsdiplom, ausgestellt am 20. Juni 1603, lässt der Kaiser seine getreuen Dienste rühmen und ganz besonders, dass er «in aller- lei fürgefallenen Belagerungen, Scharmützeln und Schlachten .. ganz männlich, unerschrocken und ungeachtet seines Leibs und Lebens» stets gekämpft habe. Ämter, Schulden und Verkauf Es ist klar, dass Graf Karl Ludwig seit dem Türkenkriege sich kaum mehr um seine Herrschaften kümmern konnte. Das Leben im Felde, in Ämtern und am Kaiserhofe entfremdete ihn bei der Vielfalt seiner Aufgaben seinen Besitzungen. Dies mag ein Grund gewesen sein, dass er schliesslich sich darauf beschränkte, den Klettgau der Familie und seinem Sohne Alwig zu erhalten, der 1632 im Dreissig- jährigen Kriege, übrigens wie sein Vater mit dem Beinamen «der lange Schwabe» versehen, im Heere des Generals Tilly (der unter Karl Ludwig Mitglied des Hofkriegsrates gewesen war) vor Bamberg den Soldatentod starb. Wie sehr ihn seine Pflichten banden, erkennen wir aus einer Notiz in den Protokollen. Im Jahre 1602, das für den Klettgau besonders kritisch war, heisst es kurz: «Begehrte Reise auf Güter abgeschlagen». Er konnte also nicht einmal die wirklich drin- gendsten Angelegenheiten, .in-.denen.es-um-die Erhaltung des Besitzes- ging, selbst regeln, und muss sich ständig durch seinen Advokaten vertreten lassen. Die Schulden des Grafen Rudolf waren von Jahr zu Jahr ins Un- erträgliche gestiegen. Zusammen mit dem Druck auf die Untertanen waren sie der Anlass, dass sich mehrere Gemeinden gegen ihn auf- lehnten. Den Aufruhr zu dämpfen und Klarheit zu schaffen wurde ein öffentlicher Aufruf an alle Gläubiger erlassen, die am 1. Dezember 1599 in Tiengen zusammenkamen. «Alle ausser Karl Ludwig, der seinen Anwalt verordnet, waren alle in persona erschienen», heisst es in dem Vertrag, der zustande kam und vom Kaiser im folgenden Jahre bestätigt wurde, so dass wir erkennen können, wie nahe der Landes- herr des Klettgaues dem Ruine gestanden ist. Es wurde bereits «auf
        

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