— 52 — So kann es uns nicht verwundern, dass Karl Ludwig nach der Misswirtschaft seines Bruders sich bald im Klettgau grösster Beliebt- heit erfreute und dass auch in unserem Lande allgemein bedauert wurde, als man hörte, der Graf habe die Absicht, Vaduz und Schel- lenberg zu verkaufen. Als Kriegsmann aber kam der Graf zu höchstem Ansehen. Früh trat er in den Waffendienst ein: Die alte Familienchronik im General- landesarchiv in Karlsruhe berichtet zum Jahre 1578: «Ist Carl Ludwig Graff zu Sultz mit Jakob Hannibalen von Embs in Niderlandt gezogen». Als Achtzehnjähriger zog also der junge Graf mit einem der berühm- testen Söldnerführer seiner Zeit, der in Deutschland, Italien, Afrika und den Niederlanden gekämpft hat. ins Feld. Es mag sein, dass das Erlebnis dieses ersten Feldzuges unter dem vielbewährten Kriegsmanne dazu beigetragen hat, später dem Sohne Jakob Hannibals, dem Grafen Kaspar von Hohenems, die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg zum Kaufe anzutragen. Wie unsere Landesgeschichte in einzelnen Urkunden beweist, hält sich Graf Karl Ludwig im folgenden Jahrzehnt wohl vorwiegend in unserem Lande auf. Seine eigentliche militärische Laufbahn beginnt im Jahre 1596. In diesem Jahre «warb er für Erzherzog Albrecht in den Niederlanden ein Regiment und stand mit diesem gegen Frank- reich im Felde». Nun scheint der Kaiser auf ihn aufmerksam geworden zu sein, wohl weil er sich als Regimentskommandant im Felde be- währt hatte. 
: 1̂ In Ungarn war der sogenannte fünfzehnjährige Krieg gegent die Türken ausgebrochen, der 1551 mit Grenzstreitigkeiten, 1593 mit der eigentlichen Kriegsführung begann und bis 1606 dauerte, ohne dass eine der beiden Parteien nach wechselnden Erfolgen sich als Sieger sehen konnte. In diesem Kriege steigt der Graf zu militärischen Kommandostellen, zu hohen Ämtern und höchstem Ansehen auf. 1598 bestellt ihn Kaiser Rudolf als Oberst über ein von ihm auf- zustellendes Regiment deutscher Knechte, das in Ungarn eingesetzt wird und bis 1603 im Einsatz bleibt. Schon ein Jahr später wird er Obrist-Feldzeugmeister. Ihm war damit die Beschaffung und Ver- waltung des Kriegsgerätes anvertraut, und zwar bis 1602. Als Obrist der Artillerie widmet er sich dieser Waffenart ganz besonders. In der
        

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