— 43 — ziehen und das tun solle und wolle, was ein getreuer Schirmsmann seinen Herrn zu tun schuldig und verbunden ist». Aus der Baugeschichte der Küssaburg und des Schlosses Vaduz wissen wir, dass tatsächlich in einer Bauperiode von 1523 bis 1529 grosse Erweiterungsbauten entstehen, in beiden Schlössern vor allem jene Rundtürme, die seit der Entwicklung des Geschützwesens im ausgehenden Mittelalter da und dort an den Burgen angebracht wer- den, in den beiden Verteidigungsanlagen des Grafen Rudolf zu Sulz aber besondere Ausmasse und Mauerstärke aufweisen. Der Innsbrucker Vertrag und seine Verpflichtungen geben den Anstoss zu den Er- weiterungen. Wir können aus dem aufgewendeten Totalbetrage von 2 400 Gulden erkennen, wie billig das Bauen gewesen ist. Allerdings handelt es sich fast ausschliesslich um die Errichtung von grobem Mauerwerk, und viel wird daran in Fronarbeiten geschehen sein. Die Küssaburg wurde im Dreissigjährigen Kriege von der Besatzung vor den herannahenden Schweden gesprengt und ist heute eine der mächtigsten Ruinen Süddeutschlands. Die Rondelle von Schloss Vaduz aber sind erhalten und geben dem Bau einen guten Teil seines charakteristischen Gepräges. Graf Rudolf im Bauernkrieg Gegen das Ende des Mittelalters wurden in Deutschland die Lasten der Bauern immer grösser, und immer tiefer gerieten sie in die Ab- hängigkeit ihrer Herren. Mit Eifer verfolgte das einfache Volk, wie die Eidgenossen sich im Schwabenkiege ihre Freiheiten erkämpften, und die neue Lehre Luthers verhiess Hoffnungen auf grössere Freiheit. Beide Ereignisse wirkten wie eine Revolution. In Süd- und West- deutschland und den Alpenländern flackerte da und dort ein Aufstand auf, und in den Jahren 1524 und 1525 kam es in weiten Gegenden Deutschlands zu einem Kampfe, der auf beiden Seiten mit grösster Grausamkeit geführt wurde und in der Geschichte «Bauernkrieg» heisst. Überall siegten die Herren, und furchtbare Strafgerichte hielten sie gegen ihre Untertanen.
        

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