— 41 — Damit er seine Gläubiger «zu Ruh und Frieden stellen möge», sucht er bei Kaiser Maximilian um «gnädige Hilf mit einem Fürlehen» an. Obwohl der Kaiser bekanntlich selbst oft in Geldnöten war, werden doch 2 000 Gulden bewilligt, aber Rudolf von Sulz muss am 18. No- vember 1517 in einer Urkunde dem Kaiser und dem Hause Österreich das Vorkaufsrecht auf seine Herrschaften einräumen, was eine sehr weitgehende Bindung darstellt. Der Graf beurkundet: «dass ich und meine Erben noch jemand anderer von uns . . die Schlösser und Herrschaften Vaduz, Schellen- berg und Blumenegg niemandem nit verkaufen noch versetzen sollen noch wollen, sondern, sofern es wäre, dass wir aus grosser Notdurft solche verkaufen oder versetzen müssten, dass wir dann Seiner Kai- serlichen Majestät, derselben Erben und Nachkommen, Erzherzogen zu Österreich und Grafen zu Tirol solches zuvor anzeigen». Es heisst dann weiter: «Doch soll solcher Vertrag in einem Jahr, dem nächsten von der Antragung gerechnet, geschehen und Seine Kaiserliche Maje- stät desselbe Jahr lang den Bedacht haben». Das heisst also, dass der Kaiser oder das Haus Österreich ein ganzes Jahr Zeit haben, sich zu entscheiden, ob sie den Kauf vornehmen. Selbst wenn däs Haus Habsburg kein Interesse am Kauf haben sollte, bleiben die Grafen zu Sulz doch in ihren Handlungen nicht frei. Es soll kein Kauf abgeschlossen werden «wider die Öffnung und Schutzvertrag und Verschreibung», mit der die Grafen mit ihren Be- sitzungen dem Kaiser «verwandt und verbunden» sind. In diesem Satze ist die Bestimmung enthalten, dass die «ewige Öffnung» der Schlösser auf jeden Fall weiter bestehen müsse und von jedem Käufer zu übernehmen sei. Die Schuld von 2 000 Gulden ist bei einem Verkaufe an andere Käufer als den Kaiser der Tirolischen Kammer zurückzuzahlen. «Hab und Gut, liegendes und fahrendes, gar nichts ausgenommen, das alles Seiner Kaiserlichen Majestät darum zu Fürpfand hiemit in Kraft dieses Briefes versetze», ist die letzte Bestimmung, die in der Urkunde festgelegt wird. Um ein Darlehen von 2 000 Gulden gewährt also Rudolf zu Sulz dem Kaiser (auch in seiner Eigenschaft als Erzherzog zu Österreich 4 Jahrbuch des Historischen Vereins / i960
        

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