—"'Ho — Die Grafen zu Sulz «Graf zu Sulz, Landgraf im Klettgau, des Heiligen Römischen Reiches Erbhofrichter zu Rottweil» lauten die Titel des Geschlechtes, das nun in unsere Geschichte eintritt. Verfolgen wir kurz seinen Weg bis zur Übernahme der Herrschaft in unserem Lande. Das alte schwäbische Grafengeschlecht trug den Namen nach dem Städtchen Sulz am Neckar, das aber schon im 13. Jahrhundert verkauft wird. Im nördlichen Nachbargebiet der Schweiz lässt sich das Geschlecht dann nieder. 1360 wird den Grafen zu Sulz die erbliche Richterwürde am Reichs- hofgericht in Rottweil verliehen, einem Gerichtshofe, dem Südwest- deutschland (und auch unser Gebiet) zugeordnet war. 1410 geht durch Erbgang infolge Heirat mit Ursula aus dem im Mannesstamme ausgestorbenen Geschlechte Habsburg-Laufenburg die Landgrafschaft Klettgau an die Sulzer über. Das 15. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch enge politische Ver- bindungen mit Österreich (ein Angehöriger der Familie war Land- vogt in Schwaben und im Aargau), durch Fehden mit der Stadt Schaffhausen (hauptsächlich wegen der Abtei Rheinau) und Streit mit dem Bistum Konstanz, sogar mit Wegelagerei, aber auch mit dem Eintritt der Familie in das Burgrecht von Zürich und der Erwerbung der Küssaburg. Die Heirat mit Verena von Brandis erweitert schliesslich den Be- sitz, dessen Nachteil aber immer die räumliche Trennung des Klett- gaues mit unserem Gebiete gewesen ist. Die österreichische Politik des Grafen Rudolf zu Sulz Nun ist Graf Rudolf zu Sulz Alleinbesitzer der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg und Blumenegg. Er setzt nicht nur die österreichfreundliche Politik der Freiherrn von Brandis fort, er bindet sein Geschick und das seiner Länder noch fester an das Schicksal des Reiches und Österreichs. Diese Haltung ist aus seiner Einstellung im Schwabenkrieg verständlich, und in der Schweizer Geschichtsschreibung wird er gelegentlich mit den Namen «der Schweizerfeind» versehen.
        

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