— 37 zu kaufen recht und redlich wie obsteht um zwölftausend Gulden rheinisch gutes und genaues Angeld, des wir von dem genannten unserem Vettern von Sulz samethaft ganz und gar wohl bezahlt sind». Johannes von Brandis bekundet, dass dem Käufer und seinen Erben und Nachkommen «alles sonder und samt für Recht frei, ungehindert ledig und eigen, ausgenommen die Zinsen und Leibgeding, wie oben gemeldet ist». Zum Schlüsse gibt der Verkäufer eine weitere Siche- rung: «Und um das derselbe Käufer, seine Erben und Nachkommen dieses Kaufs und aller hierin begriffener Artikel desto sicherer sein und sich desto besser freuen mögen, so befehlen wir den Leuten der obbestimmten Herrschaften und hohen und niederen Gerichten zu Vaduz, zum Alten und Neuen Schellenberg am Eschnerberg und zu Blumenegg, dass sie ihm, dem benannten Käufer, seinen Erben und Nachkommen hiefür schwören sollten und mit Zinsen, Steuern, Tag- wanen, Herlichkeiten und anderen Gerechtigkeiten wie obsteht, ge- horsam und gewärtig sein in aller Mass sie vormals unseren Vorderen von Brandis und uns gewesen sind und hinfür sollten». Johannes von Brandis entbindet seine Untertanen «zu ewigen Zeiten aller Pflichten und Eide, damit sie uns bisher verwandt gewesen sind» ledig und los. Der Kaufbrief ist gegeben «auf Sankt Margrethen, der heiligen Jungfrau Abend, als man zalt nach Christi unseres lieben Herrn ge- burt fünfzehnhundert und in dem zehnten Jahr». Wir lesen oft, dass die Grafen zu Sulz im Jahre 1507 durch Erb- schaft Herren unseres Landes geworden sind, und müssen richtig- stellen: Rudolf von Sulz übernimmt im Jahre 1507, als die Brüder Ludwig und Sigmund von Brandis gestorben waren, den Erbteil seiner Mutter Verena, der Schwester der Herren Ludwig, Sigmund und Jo- hannes von Brandis. Domprobst Johannes, der einzige überlebende männliche Angehörige des Geschlechtes, behält aber seinen Erbteil. Er nennt sich in unserem Kaufvertrag ausdrücklich Herr zu Vaduz. Erst 1510 wird Rudolf von Sulz uneingeschränkter Herr unseres Ge- bietes, und zwar durch diesen Kauf, und der Übergang findet zum Teil durch Erbschaft im Jahre 1507, zum Teil durch Kauf im Jahre 1510 statt. Freiherr Johannes behält sich ein Leibgeding, das er aber nicht lang geniessen kann, denn er stirbt zwei Jahre später in Strassburg.
        

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