— 28 — ewige Zeiten» erneuert. Damit war die Verpflichtung verbunden, Zürich und den Eidgenossen im Kriege die Burgen des Gaues offen- zuhalten. Aber auch Rudolf von Sulz hatte eine reichsunmittelbare Herrschaft und war Erbhofrichter des Reiches zu Rottweil, dem Reiche verbunden und dem Kaiser anhängend. Auch er war Mitglied des schwäbischen Ritterbundes. Wir wissen, dass der Krieg von 1499 in unserer Gegend ausbrach und dass der Kampf bei Triesen die erste grössere Kampfhandlung und der erste grosse Erfolg der Eidgenossen gewesen ist gegen die Truppen des Kaisers, unter denen auch die brandisischen Kriegs'eute fochten. Die Feste Gutenberg hat bekanntlich standgehalten. In Vaduz aber war Ludwig von Brandis nicht zu letzter Verteidigung entschlos- sen, sondern zu Verhandlungen bereit, während welcher das Schloss ohne einen Schuss, ohne jede Kampfhandlung eingenommen wurde. Graf Rudolf von Sulz hatte seine Schlösser Küssaberg und Thlengen heimlich dem schwäbischen Bunde übergeben, der sie auch gleich mit einer Besatzung versah. Im April erschienen die Eidgenossen vor Thiengen, besetzten ohne Schwierigkeiten die Burg und die Stadt, welche sie zum grossen Teile einäscherten. Küssaberg galt als unein- nehmbar, aber die Verteidigung versagte auch hier, und kampflos wurde die mächtige Burg übergeben. Bis zum Basler Frieden (22. Sep- tember 1499) war der Klettgau eine Vogtei der Eidgenossen. Beiden Landesherrn wurde von den Schweizern begreiflicherweise der Vorwurf der Untreue gemacht, und Ludwig von Brandis wurde zuerst nach Werdenberg und dann nach Luzern als Gefangener abge- führt. Im Frieden von Basel zeigte es sich aber, dass die Eidgenossen nur auf ihre Freiheiten vom Reiche und von den Reichslasten, nicht aber auf Gebietserweiterungen bedacht waren, und so kam es, dass Ludwig von Brandis und sein Neffe Rudolf von Sulz wieder in den Besitz ihrer Ländereien kamen, die allerdings schwer verwüstet und geplündert waren. Die günstige Wendung im Geschicke Ludwigs von Brandis vollzog sich auf der Tagsatzung zu Frauenfeld, an «Sant Lützen Tag», also am 3. Dezember 1499. Eine Urkunde im Landesarchiv hält das Ereignis fest. «Wir von Städten und Ländern gemeiner Eidgenossen Sendboten und Rät, mit vollem Gewalt zu Frauenfeld versammelt, bekennen
        

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