— 25 — Vorwort Zwei grosse Zeiten der Geschichte sind es, die wir im Spiegel des Geschehens in unserer Heimat betrachten wollen, und beide Male wechselt die Herrschaft in unserem Lande von einer Familie, die aus der Fremde zu uns gekommen war, zu einer anderen, wieder fremden. Das Volk ist Objekt und nur Objekt in der Zeit des Absolutismus. Die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit: Die seefahrenden Völker ziehen aus zu den grossen Entdeckungen, die Forscherwelt sucht neue Ziele. Das Haus Habsburg steigt zu grösster Macht empor — und doch ist das Reich erschüttert durch Kämpfe gegen verarmte Ritter und aufständische Bauern, sind die Seelen ergriffen durch die neue Lehre, die Reformation. In diesen Jahren stirbt das Geschlecht der Freiherren von Brandis aus. das grosse Freiheiten vom Reiche erhalten und manche davon den Untertanen überlassen hatte. Aus dem Gebiete um Bern waren sie zu uns gekommen, hatten sich von der alten Heimat gelöst und hier ein neues Wirkungsfeld gefunden. Der Zufall einer Heirat und die Berechnung eines Kaufes machen unsere Vorfahren zu Untertanen der Grafen zu Sulz aus dem badischen Klettgau. Ein gewalttätiger Herr kommt ins Land, und unruhig sind die Zeiten. Hundert Jahre später: Der Türke steht vor den Toren des Reiches. Ein fünfzehnjähriger Krieg gebietet ihm Halt, kann aber die Gefahr nicht bannen. Nach Jahrzehnten der Ruhe klafft wieder der Zwiespalt der Glaubensrichtungen und führt zum grossen europäischen, zum Dreissigjährigen Kriege. In Kriegsdiensten und in höchsten Ämtern des Reiches steht Carl Ludwig, der Grösste aus dem Geschlechte der Grafen zu Sulz, schwer bedrückt von Schulden auf seinen Besitzungen. Wohl um die alt- heimische Landgrafschaft Klettgau bewahren zu können, gehen un- sere Herrschaften wieder in andere Hände über, an den haushälteri- schen und hausväterlichen Grafen Kaspar von Hohenems, der eine 3 Jahrbuch des Historischen Vereins / i960
        

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