— 205 — Ein Punkt, der im Verborgenen da und dort seine sympathische Rolle gespielt und zum guten Gelingen beigetragen haben mag, bleibe nicht unerwähnt. Das Phonogrammarchiv arbeitete nicht zum ersten Mal im Ausland — es hat die Mundarten der walserischen Südkolo- nien in Oberitalien aufgenommen — , wohl aber in Liechtenstein. Der Schweizer ist nicht minder als der Liechtensteiner geneigt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die enge Freundschaft der beiden kleinen Staaten unter Beweis zu stellen und in solchem Tun mit einem stolzen und einem lächelnden Auge unter dem Aspekt vorbildlicher internationaler Zusammenarbeit zu sehen. Für die unmittelbar folgende Aufgabe, die Gestaltung des Auf- nahmeprogramms, waren etwa folgende Gesichtspunkte massgebend. Die in jeder Gemeinde durchzuführende Aufnahme sollte ungefähr 15 Minuten dauern, d. h. bei der vorgesehenen Matrizierung auf Lang- spielplatten von 25 cm Durchmesser eine Plattenseite füllen; sie sollte sowohl dem Mundartforscher als dem Laien ein möglichst instruktives Bild der Ortsmundart geben und deren Eigenart in jeder Hinsicht, also etwa ihren Wortschatz, ihre Wortform und ihren Sa\zbau, das Sprechtempo, die Sprechmelodie und die Lautfärbungen berücksich- tigen; sie sollte leichte und genaue Vergleichsmöglichkeiten mit den anderen einheimischen Dialekten und mit den weiteren Aufnahmen des Phonogrammarchivs bieten; sie sollte den Sprecher möglichst ungezwungen und ungekünstelt zu Wort kommen lassen und ihm deshalb bei der Gestaltung der Texte auch freie Hand gewähren, und sie sollte schliesslich neben rein sprachlichen auch anderen Interessen gerecht werden, lebendig erzählte Bilder aus dem vergangenen oder gegenwärtigen Leben der Heimat vermitteln. Vorgesehen und durchgeführt wurde schliesslich sowohl für das Fürstentum Liechtenstein als für den Bezirk Werdenberg das folgende vierteilige Programm: 1. Der Vergleichstext «Gespräch am Neujahrstag» (Aus: Der spre- chende Atlas. Plattentext in verschiedenen schweizerdeutschen Dialekten. Hrsg. vom Phonogrammarchiv der Universität Zürich. Zürich 1952). Er ist dem Sprecher dem Inhalt nach vorgeschrie- ben und soll von ihm in die Ortsmundart übersetzt werden. Das Phonogrammarchiv besitzt zahlreiche Aufnahmen dieses Textes in schweizerdeutschen Mundarten.
        

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