— 199 — eigenartige Melaunerkeramik105), die nach dem heutigen Stand der Forschung ihren Ursprung wohl in Südtirol hat. Man könnte versucht sein zu glauben, dass die Melauner die Montlingeräxte aus dem Süden mitgebracht haben. Es bleibt noch das Hemigkofener Schwert von Mauren, Fürstentum Liechtenstein101'). Mit der vollentwickelten Urnenfelderkultur (Ha A) begegnen wir Schwertern, deren Klingen nicht mehr parallelschneidig sind, sondern blattförmig. Damit wird das Schwert vom reinen Stich- schwert auch zum Hiebschwert. Das Griffzungenschwert von Mauren gehört mit seiner schilfblattförmigen Klinge von flach rautenförmigem Querschnitt und einer Umrisslinie verziert zu diesen ersten Schwertern mit blattförmiger Klinge, vermutlich einer Weiterbildung des Nen- zingertyps. Der Typ ist von Cowen nach einem Grabfund bei Hemig- kofen nördlich vom Bodensee (Kr. Teltnang) benannt worden107). Ein Hemigkofener Schwert gibt es auch von Langenargen am Bodensee108). Diese Schwerter sind nach der Verbreitungskarte bei Cowen100) am Mitfelrhein, aber auch im nördlichen Alpenvorland von Bayern bis zum Genfersee gut vertreten; auffälligerweise auch am Unterlauf von Loire, Seine, Somme und Scheide und setzen an den Unterlauf der Themse hinüber. Das Matreier Messer von Iraggell hat hier den Anstoss gegeben, einigen wohl bekannten, aber nie genauer beschriebenen und gewür- digten Funden des unteren Alpenrheintals am Zugang zu den Bündner Pässen nachzugehen. Bei der gewaltigen Vorleistung Müller-Karpes1"') 105) Zeitschr. f. Schweiz. Arch. u. Kunstgesch. 15, 1954/55, S. 129 ff. (B. Frei) und Jahrb. d. Vorarlberger Landesmuseumsvereins 1958 — 59. S. 207 ff. (B. Frei) und S. 218 ff. (R. Pittioni). 106) Jahrb. Hist. Ver. Liechtenstein 54, 1954, S. 118, Taf. 1, 1. 107) Cowen, Griffzungenschwerter, Ber. RGK. 36, 1955, S. 79 f. 108) Cowen, Griffzungenschwerter, Ber. RGK. 36, 1955, S. 133. 109) Cowen, Griffzungenschwerter, Ber. RGK. 36, 1955, S. 83. 110) Urnenfelderkultur im Hanauer Land 1948. Münchner Urnenfelder 1957. Chronologie der Urnenfelderzeit nördlich und südlich der Alpen 1959. Vollgriffschwerter der Urnenfelderzeit 1961.
        

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