— 197 — ausgekommen sind87). Nach Müller-Karpe sind Bismantova88) und Fontanella der Protovillanovazeit des 11. und 10. Jahrhunderts v. Chr. zuzuweisen89). Aber noch andere Dinge verbinden in dieser Zeit das Alpenrheintal mit Italien und zwar mit Stücken wirklich italischer Herkunft. Schon lange ist ein Typ von Bronzeäxten bekannt, der nun hier dank der Vorlage der Depots von Goluzzo90) und Piediluco91) besser übersehen werden kann. Es handelt sich um eine besondere Art oberständiger Lappenäxte, deren unteres Lappenende seitlich aus- springt und die fast durchweg ein verbreitertes Blatt besitzen. Es sind zwei Arten zu unterscheiden, die eine mit Nackenausschnitt, die an- dere mit geradem Nacken. Diejenigen mit Nackenausschnitt, besonders mit etwas eingezogenem Nackenende sind die älteren, wie etwa das Stück links im 5. Jahresbericht d. Schweiz. Ges. f. Urgeschichte 1913, Abb. 23. Sie werden noch mit dem, bogenfibelzeitlichen Horizont von Bismantova und Fontaneila der Protovillanovazeit beginnen und reichen mit dem jüngern geradnackigen Typ in den Horizont von Terni II9-), der über Bologna I, Este I mit der Stufe Ha B 2 nordalpiner Chronologie verbunden werden kann, wie etwa das kleine Depot einer solchen Axt zusammen mit dem strichverzierten Lanzenschuh vom Montlingerberg93) zeigt. Der Montlingerberg hat eine ganze Anzahl älterer und jüngerer Beispiele geliefert. Mit den älteren dürften die Ziebelkopfnadeln mit wechselnd tordiertverziertem, geschwollenem Hals zusammengehen, mit den jüngern eine oberständige Lappenaxt mit seitlicher Oese94). Mit den späten Montlingeräxten kann noch ein 87) Weder Messer noch Nadeln sollen etwa damit in den Geruch italischer Herkunft kommen. 88) Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 85, D. — Hier gibt es auch tordierte Ösenhalsringe (Taf. 85, D 4. 6), die mit jenen auf dem Montlingerberg (vielleicht in imitierter Form) verwandt sein dürften (15. Jahresber. ü. d. Hist. Sammlungen, St. Gallen 1914/15, Taf. 1 b, c, d). 89) Müller-Karpe, Chronologie. S. 77 und 79. 90) Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 47. 91) Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 48-52. 92) Müller-Karpe, Chronologie, S. 73 f. 93) Müller-Karpe, Chronologie, Tafel 170 B. 94) Appenzeller Kalender 1956, Die Ausgrabung einer urgeschichtlichen Burg, Abb. 6, 6.
        

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