— 193 — diesem letzteren ist auch ein ansehnlicher Komplex gleichzeitiger Ke- ramik herausgekommen, der mit dem grossen Scherbenfund auf der Heidenburg bei Göfis (Vorarlberg)6") zusammengeht, welch letzterer wieder an den ebenso eigentümlichen Keramikkomplex von Gauting bei München61) angeschlossen werden kann. An Mels-Heiligkreuz ge- mahnt der schwere, rundstabige, tordiert verzierte Armring mit schwa- chen Endstollen (ein massives Stück wie Tschumi, Urgeschichte des Kantons Bern (1953) S. 51, Abb. 3, unten) von Maienfeld, Kt. Grau- bünden; nicht weit davon ist eine gleichzeitige mittelständige Lappen- axt gefunden worden62). Mittelständige Lappenäxte sind auch von Vilters, Kt. St. Gallen63), Eschen im Fürstentum Liechtenstein64) und gerade drei Stück von Feldkirch in Vorarlberg65) zu nennen. Bezeich- nend sind einige Funde aus Graubünden. Der massive Armring von Bergün06) mit kräftig gepunzter Linienverzierung, wie sie der Rieg- seegruppe eigen sind. Vom Hügel Caschligns bei Conters i. O. der Depotfund einer bronzenen Gussform für mittelständige Lappenäxte, dazu Lappenaxt und Lappenmeissel (beide mittelständig) und vom selben Hügelplateau ein gleichzeitiges Messer mit umlappter Griff- zunge (das Ende ist alt abgebrochen)67). Bergün und Conters liegen am Weg nach St. Moritz im Engadin, ersteres an der Albulastrasse, das letztere an der Julierroute. Im bekannten St. Moritzer Quellfund ist aber ein Rixheimschwert vertreten, dazu ein Dolchklingenfragment, das mit seiner Mittelrippe an den Vollgriffdolch von Mels erinnert68). Damit kommen wir noch zurück zum Nenzingerschwert von Diepolds- 60) Prähist. Zeitschr. 33/34 (1949/50) S. 272 ff. (A. Hild). 61) Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 179. 62) Jahresber. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 26, 1934, S. 27. — Heierli, Urgeschichte Graubündens (1903) S. 25. — Beides Sprecherhaus Maienfeld, Privatbesitz. 63) Jahrb. Schweiz. Urgesch. 34, 1943, S. 42. — Sammlung Mels. 64) Jahrb. Hist. Ver. Liechtenstein 54, 1954, Taf. 1, 4. 65) Menghin, Vorgeschichtliche! Funde Vorarlberg, S. 51, Abb. 27, 1 — 3. 66) Antiqua 1887, Taf. 3, 5. Rät. Mus. Chur. 67) Urschweiz 9, 1945, S. 20-21, Abb. 11-12; 11, 1947, S. 9, Abb. 12. - Die richtige Schreibweise ist Caschligns (Rät. Namenbuch 1 (1939) S. 207). 68) Badische Fundberichte 17, 1941 -47, S. 159 (W. Kimmig).
        

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