— 192 — ins untere Alpenrheintal ist auch zur älteren Urnenfelderzeit, wenn wir den gesamten Fundstoff im Überblick betrachten, nicht einmalig. Dabei sollen nur einige wirklich aussageträchtige Fundkomplexe herangezogen werden. Im Mittelpunkt des frühen Horizontes dieser Gegend stehen immer noch die bekannten Grabfunde von Mels-Heiligkreuz mit schweren Mohnkopfnadeln und Armspangen, einem Vollgriffdolch und den zwei Messern53). Nicht weit davon in der Flur Gasella bei Mels-Ragnatsch ist das Messer mit umlappter Griffzunge und Ringabschluss heraus- gekommen54). Es erstaunt, wieviele Funde hier von dieser Gruppe Mels-Rixheim (nach Holste) namhaft gemacht werden können. Von Hohenems stammt aus dem Moor eine Mohnkopfnadel55). Moorfunde sind auch die beiden Grifflappenmesser mit nasenartigem Aufsatz an der Rückseite der Spitze56) (wie das Messer von Ragnatsch) von Kob- lach-Neuburg (Vorarlberg)57). Das Griffplattenmesser aus dem Bach- tobel bei Buchs, Kt. St. Gallen58), ist neben jenes aus der frühurnen- felderzeitlichen Schicht auf dem Schneller59) am Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein zu stellen (beide mit gewölbtem Rücken, unsymmetrischem Klingenprofil, in einschaliger Form gegossen). Mit 53) Die neuerliche Angabe von Hundt (Germania 1956, S. 49), dass der Dolch und damit der ganze Fundkomplex aus Sargans stamme, ist irreführend. Die Zuordnung nach Sargans ist wohl dadurch entstanden, dass Natsch, der den Fund als erster publizierte, den als Eisenbahnknotenpunkt damals viel bekannteren Namen Sargans vorzog. Der Weiler Heiligkreuz ist aber näher bei Mels, heute damit zusammengebaut und gehörte schon immer zur politischen Gemeinde Mels. Die Fundstelle ist übrigens genau bekannt, der Bierkeller von 1871 ist immer noch in Betrieb. Der Gesamt- fund kam in das Rät. Mus. Chur. 54) Lit. bei Hundt, Germania 1956, S. 48. 55) O. Menghin, Die vorgeschichtlichen Funde Vorarlbergs, Österreichische Kunsttopographie 27, 1937, S. 62, Abb. 46, 5. 56) Verbreitungskarte bei Hundt, Germania 1956, S. 47, Abb. 5. 57) Menghin, Vorgeschichtliche Funde Vorarlbergs, S. 53, Abb. 29, 1. 2. 58) Jahresber. ü. d. Hist. Sammlungen (St. Gallen) 12, 1911/12, S. 2. - Hist. Mus. St. Gallen, Inv. Nr. 129. 59) D. Beck, Der Hügel Schneller auf dem Eschnerberg, Jahrb. Hist. Ver. Liechtenstein 51, 1951, Abb. 11, 6.
        

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