— 191 — Messers herausgekommen50). Wieder ein Exemplar ohne Durchbre- chung, das aus der Begleitkeramik (zweihenklige Schüssel mit Bauch- knick und Hufeisenriefen, hoher Becher) nach der Zeitgruppe III (K. H. Wagner) oder Ha A 2 zu datieren sein wird. Mit den schweize- rischen «Pfahlbaumessern» endlich ist hier nicht zu fechten, immer- hin können beispielsweise die beiden Stücke von den Stationen Forel und Champittet am Neuenburgersee31) mit ihrer Rippenverzierung und dem zusammengeschrumpften, anscheinend nicht mehr durchbroche- nen Mittelstück ihre typologische Herkunft aus der Quelle des Bruch- köbeler Messers nicht verleugnen. Unter solchen Perspektiven ist man geneigt, das Vollgriffmesser vom Montlingerberg mit seiner eher altertümlichen Klingenform und dem durchbrochenen Griff eher nach Ha A 1 einzustufen. Dagegen spricht das stark eingezogene Klingenprofil, was allerdings der Bruch- köbeler Klinge auch eigen ist. Auf Grund der Ausgrabungen und des bei den Abdeckungen für den Steinbruchbetrieb angefallenen Fund- sloffs ist auch A 1-Material kaum vertreten, das Schwergewicht liegt bei Ha A 2 (Zwiebelkopfnadel mit wechselnd tordiert verziertem Hals, Keramik mit Hufeisenriefen (nicht publiziert) und gerafften Horizon- talriefen)32). Entweder ist also das Messer ein Altstück oder in der Zeitstufe Ha A 2 (11. Jahrhundert v. Chr.) auf den Montlingerberg gekommen. In seiner Hanauer Arbeit vertritt Müller-Karpe die Meinung: Süd- westdeutschland ist Ausgangspunkt, die Schweiz, Ostfrankreich, Böh- men sind Ausstrahlungsgebiete dieser Vollgriffmesser. Jedenfalls liegt das Schwergewicht nach dem heutigen Stand der Forschung im We- sten. Solcher Einstrom westlicher und östlicher Urnenfelderelemente 50) Volders, S. 96, Taf. X, 221; Taf. 42, 221. Kasseroler bezeichnet den Gegen- stand als ein Ahlenheft. Bei dem nun genügsam bekannten Vollgriff- schema handelt es sich aber nach der Beschreibung S. 96 offensichtlich um unsern Messergriff. 51) 9. Pfahlbaubericht (1888) S. 81, Taf. 12, 2. 3. 52) Zeitschr. f. Schweiz. Arch. u. Kunstgesch. 15, 1954/55, Heft 3, Abb. 16 u. 17.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.